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Das Schiff sinkt — BioNTech schließt Deutschland, CureVac ist am Ende

mRNA & Pharma-Aufarbeitung - Dieser Artikel ist Teil einer Serie.
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Am 5. Mai 2026 meldet BioNTech: bis zu 1.860 Stellen fallen weg — 22 Prozent der Belegschaft. Die Werke in Idar-Oberstein und Marburg schließen bis Ende 2027. Die CureVac-Standorte auch. Die Produktion des COVID-Impfstoffs wird vollständig an Pfizer übertragen.

Die Aktie verliert fünf Prozent.


Was aufgebaut wurde
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BioNTech wurde während der Pandemie zum deutschen Vorzeigeprojekt. Der Staat war dabei:

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung: 375 Millionen Euro Förderung für die mRNA-Impfstoffentwicklung, 2020
  • EU-Rahmenvertrag: Bis zu 1,8 Milliarden Dosen COVID-Impfstoff für die EU, verhandelt von der Kommission unter Ursula von der Leyen — die Verhandlungs-SMS bekanntlich gelöscht
  • CureVac: Ebenfalls staatlich gefördert, 252 Millionen Euro vom Bund, 2020. Standort: Tübingen. Das Versprechen: deutscher mRNA-Impfstoff als zweite Säule

Das Narrativ war klar: Deutschland baut eine souveräne mRNA-Infrastruktur. Nie wieder abhängig von ausländischen Lieferketten.


Was jetzt passiert
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BioNTech, Mai 2026:

StandortStatus
Idar-ObersteinSchließt bis Ende 2027
MarburgSchließt bis Ende 2027
SingapurSchließt bis Ende 2027
CureVac-StandorteSchließen (Teil der BioNTech-Übernahme)

Insgesamt: fast alle deutschen Produktionsstandorte.

Die COVID-Impfstoffproduktion wird vollständig an Pfizer übertragen — den amerikanischen Konzern, der die Zulassung hält und die Erlöse zur Hälfte mit BioNTech teilt.

Das Krebsmedikament Pumitamig (noch in Entwicklung) geht an Bristol Myers Squibb — ebenfalls amerikanisch.

Roland Strasser, Gewerkschaft IG BCE:

„Jetzt wird skrupellos Produktion geopfert, um die Aktionäre zu beeindrucken."


CureVac: Ende eines zweiten Versprechens
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CureVac war das zweite deutsche mRNA-Projekt. 252 Millionen Euro Bundesförderung, 2020. Der Impfstoff scheiterte in der Phase-3-Studie (Juni 2021, Wirksamkeit 47 Prozent statt der erhofften 70+). Das Unternehmen pivotete zu anderen mRNA-Anwendungen.

BioNTech übernahm relevante CureVac-Assets. Jetzt werden auch diese Standorte geschlossen.

Zwei staatlich geförderte mRNA-Plattformen. Beide enden ohne produzierende Kapazität in Deutschland.


Mainz: Die Goldgrube versiegt
#

Nirgendwo war die BioNTech-Euphorie größer als in Mainz. Nirgendwo wird die Ernüchterung größer sein.

Die Zahlen:

  • 2021–2022: BioNTech zahlte knapp 3,3 Milliarden Euro Gewerbesteuer — der Löwenanteil an Mainz. In Spitzenjahren rund eine Milliarde Euro pro Jahr.
  • 2023: bereits eingebrochen auf 375 Millionen Euro
  • 2026: Die Produktionsstandorte gehen. Die Zentrale bleibt. Die Gewerbesteuer aus der Produktion: weg.

Der Neue Kämmerer — Fachmagazin für kommunale Finanzen — titelte: „Biontech: Die Mainzer Geldquelle versiegt."

Die Ehrungen:

Während die Kassen klingelten, wurden die BioNTech-Gründer Uğur Şahin und Özlem Türeci mit Auszeichnungen überhäuft:

  • Großes Verdienstkreuz mit Stern — verliehen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, März 2021
  • Landesverdienstorden Rheinland-Pfalz
  • Ehrenring der Universitätsmedizin Mainz
  • Ehrenbürgerschaft der Stadt Mainz geplant

Das ist das vollständige Programm staatlicher Dankbarkeit — für ein Unternehmen, das nun die Produktionskapazitäten, die mit dieser Dankbarkeit mitfinanziert wurden, nach Amerika überträgt.

Tübingen: Der Palmer-Kommentar

In Tübingen — CureVac-Standort — kommentierte Oberbürgermeister Boris Palmer die BioNTech-Übernahme und die anschließende Schließung:

„Erst kaufen, dann killen, das geht so nicht."

Die Stellenverteilung der 1.860 Streichungen: Marburg 540, Idar-Oberstein ~440, CureVac-Standorte (Tübingen u.a.) ~820, Singapur 60. Mainz selbst: die Zentrale bleibt. Die Jobs in der Produktion — weg.


Was bleibt
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Die mRNA-Plattform als Technologie lebt weiter — aber nicht in deutschen Händen.

  • Pfizer produziert den COVID-Impfstoff
  • Bristol Myers Squibb verantwortet BioNTechs Krebspipeline
  • BioNTech behält die Forschung und kassiert Lizenzanteile

Das ist das Modell: Deutsche Grundlagenforschung, amerikanische Produktion, geteilte Erlöse. Die Infrastruktur — Werke, Maschinen, Kapazitäten — wandert ab.

Die Begründung ist betriebswirtschaftlich kohärent. Sie beantwortet nicht, was sie beantworten müsste.

375 Millionen Euro BMBF-Förderung für BioNTech. 252 Millionen für CureVac. Milliarden in EU-Rahmenverträgen, verhandelt von einer Kommissionspräsidentin, deren Verhandlungs-SMS gelöscht sind. Das Narrativ: Deutschland baut souveräne mRNA-Infrastruktur, nie wieder abhängig von fremden Lieferketten.

Das Ergebnis: Pfizer produziert den Impfstoff. Bristol Myers Squibb verantwortet die Krebspipeline. Die Produktionsstandorte wandern nach Amerika.

Wer gewonnen hat: Pfizer. BMS. Amerikanische Konzerne, die deutsche Grundlagenforschung mit staatlichem Geld subventioniert bekamen und jetzt die Infrastruktur übernehmen.

Wer verloren hat: 1.860 Beschäftigte. Der deutsche Steuerzahler. Und die Idee einer produktionssouveränen deutschen Pharmaindustrie für die nächste Pandemie.

Boris Palmer hat es auf einen Satz gebracht: „Erst kaufen, dann killen." Was er nicht hinzugefügt hat: Mit dem Geld des Käufers war der Kauf von Anfang an möglich.


Quellen: Handelsblatt (05.05.2026); BioNTech Pressemitteilung (05.05.2026); BMBF Förderbescheid BioNTech (2020); Bundesregierung CureVac-Förderung (2020); Der Neue Kämmerer (Gewerbesteuer Mainz); Hessenschau (05.05.2026, Marburg 540 Stellen); Bundespräsident.de (Steinmeier Verdienstkreuz, 19.03.2021); IG BCE Roland Strasser via Handelsblatt.

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Your browser cannot play this video. Download video. Originalvideo: Marc Friedrich auf YouTube Wer spricht hier? # Prof. Dr. Sucharit Bhakdi — Immunologe, ehemaliger Leiter des Instituts für Medizinische Mikrobiologie in Mainz, einer der meistzitierten deutschen Mediziner seiner Generation. Seit 2020 Kritiker der Corona-Impfpolitik.