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Europa kauft Drohnen. Das Mehl kommt nicht mehr.

Das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) betreibt seit dem 24. Februar 2022 den Ukraine Support Tracker — die einzige öffentlich zugängliche Datenbank, die staatliche Hilfsleistungen für die Ukraine systematisch erfasst, aufschlüsselt und vergleicht. Stand: 4. Juni 2026. Daten bis April 2026.

Der Tracker benennt, was europäische Regierungen in ihrer Kommunikation nicht von selbst in den Vordergrund stellen.

Die USA haben aufgehört. Europa hat übernommen.
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Kumuliert seit Januar 2022 haben die USA rund 119 Milliarden Euro an Hilfe für die Ukraine geleitet — Militär, Finanzen, Humanitäres kombiniert. Sie waren der mit Abstand größte Einzelgeber bis einschließlich 2024.

Seit dem Amtsantritt der Trump-Administration sind neue US-Zusagen auf nahezu null gefallen. Der Ukraine Support Tracker dokumentiert das als abrupten Einbruch in der Kurve.

Europa hat die Lücke geschlossen. Die EU-Institutionen allein haben 2025 rund 35,1 Milliarden Euro zugesagt — knapp 90 Prozent der weltweiten Finanzhilfe in diesem Jahr. Deutschland steht kumulativ bei rund 47,2 Milliarden Euro. Der Jahresdurchschnitt 2022 bis 2024 lag bei 41,6 Milliarden Euro; 2025 hat Europa das weitgehend im Alleingang gestemmt.

Die politische Kommunikation stellt das als Beweis europäischer Geschlossenheit dar. Die Haushaltsfrage — wer das trägt, und auf wessen Kosten — wird seltener gestellt.

Was Europa kauft
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Die IfW-Pressemitteilung vom 4. Juni 2026 trägt den Titel: „Militärhilfe bleibt stabil, Fokus verlagert sich auf Drohnen." Autor: Christoph Trebesch.

Die Drohnen-Kurve:

JahrDrohnen-Militärhilfe (europäisch)
2022~400 Mio. €
2024~1,0 Mrd. €
2025~1,2 Mrd. €
Jan–Apr 2026~1,6 Mrd. €

Die europäische Militärhilfe insgesamt liegt 2026 bei rund 2 Milliarden Euro pro Monat. Drohnen machen einen strukturell wachsenden Anteil aus.

Was eingebrochen ist
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Nicht-militärische Hilfe — Finanztransfers, humanitäre Leistungen — liegt 2026 bei durchschnittlich 500 Millionen Euro pro Monat. Das entspricht weniger als einem Fünftel des 2025-Durchschnitts. In der monatlichen Praxis ist sie kollabiert.

Der EU-Kredit von 90 Milliarden Euro wurde im April 2026 beschlossen. Ausgezahlt ist er nicht.

Die Zahl steht. Das Mehl kommt nicht an.

Was hier entschieden wurde — ohne öffentliche Debatte
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Europäische Regierungen haben über vier Jahre eine Verschiebung vollzogen: weg von humanitärer Versorgung, hin zu militärischer Beschaffung mit Drohnenschwerpunkt. Das ist messbar, dokumentiert und vom IfW ohne Wertung veröffentlicht.

Die Frage, die der Tracker nicht beantworten kann, aber stellt: Welches europäische Parlament hat diese Priorisierung als strategische Entscheidung beschlossen? In welcher Abstimmung wurde festgelegt, dass Drohnen Vorrang vor laufenden Finanztransfers haben? Wer hat das Mandat für einen Ersatz der USA in einer Kriegsfinanzierung übernommen, die sich qualitativ von humanitärer Soforthilfe unterscheidet?

Die Regierungen sagen: Solidarität. Der Tracker sagt: Drohnen.

Beides ist wahr. Nur eines davon steht in den Haushaltsplänen.


Quellen: IfW Kiel, Ukraine Support Tracker, Update 04.06.2026 — https://www.kielinstitut.de/de/themen/krieg-gegen-die-ukraine/ukraine-support-tracker/ News-Release 04.06.2026: „Militärhilfe bleibt stabil, Fokus verlagert sich auf Drohnen" (Christoph Trebesch, IfW Kiel) Policy Brief: „Europe Steps Up: Ukraine Support After Four Years of War", IfW Kiel, Februar 2026

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