Die EU-Kommission hat Ursula von der Leyens SMS-Korrespondenz mit Pfizer-CEO Albert Bourla vernichtet oder nicht gesichert — und dies vor dem Europäischen Gerichtshof verteidigt. Ein EU-Gericht befand das für rechtswidrig. Die Berufung läuft. Die Nachrichten sind noch immer nicht öffentlich.
Das ist der juristische Ausgangspunkt. Was an biologischen und demographischen Daten daneben liegt, macht die Frage im Titel zu mehr als Rhetorik.
Dieser Artikel ist kein Urteil. Er ist eine Komposition dokumentierter Befunde, die nebeneinandergelegt werden — weil sie bisher getrennt behandelt wurden.
Was das Gericht dokumentiert#
Am 17. Juli 2024 urteilte das Gericht der Europäischen Union in den Rechtssachen T-761/21 und T-689/21: Die Kommission hatte gegen die EU-Transparenzverordnung verstoßen, indem sie die Herausgabe von Unterlagen zu den COVID-Impfstoffvertragsverhandlungen verweigerte.1 Betroffen waren nicht nur Vertragstexte, sondern auch die Identität der Verhandlungsführer.
Die Kommission legte Berufung ein — Rechtssachen C-631/24 P und C-632/24 P. Am 11. Juni 2026 legte Generalanwalt Athanasios Rantos seine Schlussanträge vor. Seine Empfehlung: Beide Berufungen zurückweisen, die Urteile des Gerichts bestätigen.2
Das Schlüsselzitat aus der CURIA-Pressemitteilung Nr. 86/2026:
“The General Court was correct in holding that the transparency of the process of negotiating agreements for Covid-19 vaccines constitutes a specific purpose in the public interest within the meaning of EU law.”
Das Urteil des EuGH steht aus. Kein Verkündungstermin ist öffentlich bekannt (Stand: 29.06.2026). Der EuGH folgt den Schlussanträgen des Generalanwalts in der Mehrheit der Fälle, ist aber nicht daran gebunden.
Was das Verfahren nicht entscheidet: ob Vertragsklauseln bekannt gewordene Nebenwirkungsdaten abgesichert haben. Es entscheidet, ob die Öffentlichkeit das Recht hatte, es zu wissen. Der Generalanwalt sagt: ja.
Was die Biologie dokumentiert#
IgG4-Klassenswitch: Toleranz statt Bekämpfung#
Im Dezember 2022 publizierten Irrgang, Gerling, Kocher, Lapuente, Steininger und 14 weitere Autoren in Science Immunology eine Beobachtung, die in der Fachpresse kontrovers diskutiert wurde.3
Der Befund: Nach der zweiten mRNA-Impfung stiegen spike-spezifische IgG4-Antikörper über Monate an. Nach der dritten Impfung stellten sie rund 19 Prozent der gesamten Anti-Spike-IgG-Fraktion dar. Dieser Klassenswitch war mit reduzierter Kapazität zur antikörperabhängigen zellulären Phagozytose und Komplementaktivierung assoziiert.
Die Autoren formulieren präzise:
“This class switch was associated with reduced capacity of spike-specific antibodies to mediate antibody-dependent cellular phagocytosis and complement deposition.”
Mit anderen Worten: Das Immunsystem lernt, das Spike-Antigen zu tolerieren — statt es zu bekämpfen.
Gegenposition: Ein Editorial in demselben Journal (Science Immunology, DOI: 10.1126/sciimmunol.adg7327) hält IgG4 für ein potenziell adaptives Toleranzmuster, das chronische Entzündung verhindert.4 Die klinische Konsequenz des Klassenswitchs sei unklar. Diese Gegenstimme kommt aus dem Peer-Review-Prozess desselben Journals — sie ist keine Randmeinung.
Einordnung: Irrgang et al. dokumentieren einen beobachteten immunologischen Effekt. Die klinische Bedeutung ist Gegenstand laufender wissenschaftlicher Diskussion. Was belegt ist: Der Klassenswitch tritt auf, und er ist biologisch mit Immunsuppression assoziiert.
Spike-Protein und p53: Gehemmte Apoptose in Krebszellen#
Zhang und El-Deiry (Brown University / Fox Chase Cancer Center) publizierten im Mai 2024 in Oncotarget einen In-vitro-Befund.5
Krebszellen, in die Spike-DNA eingeschleust wurde (Transfektionsmodell), zeigten reduzierte p53-Aktivierung von p21(WAF1), TRAIL Death Receptor DR5 und MDM2 — Proteine, die zentral für programmierte Zellhemmung und Apoptose sind. Nach Cisplatin-Chemotherapie überlebten spike-exprimierende Tumorzellen im Vergleich zu Kontrollzellen signifikant besser.
“Spike-expressing tumor cells showed increased cell viability as compared to control cells.”
Studiendesign: In vitro, Zellkulturexperiment. Kein Tier- oder Humanversuch. Der Transfektionsansatz ist kein vollständiges Modell für natürliche Impfstoffreaktionen im menschlichen Körper.
Einordnung: Zhang & El-Deiry liefern einen peer-reviewed Laborbeleg für einen plausiblen Mechanismus — Spike-Protein hemmt p53-abhängige Apoptosewege in Krebszellen. Ein kausaler Zusammenhang mit klinischen Krebserkrankungen beim Menschen ist durch diese Studie allein nicht belegt. Wafik El-Deiry ist ein renommierter p53-Forscher; die Studie erschien in einem einschlägigen onkologischen Peer-Review-Journal.
Was die Demographie dokumentiert#
Das Statistische Bundesamt veröffentlicht unterjährige Sterbefallzahlen seit 2020. Der Vergleichsmaßstab ist der Median der vier direkten Vorjahre.
2021: Das Gesamtjahr zeigt laut WISTA-Publikation 01/2023 (Kauermann/De Nicola, Destatis) eine vorläufige Übersterblichkeit von +2,3 Prozent.6 Im November lagen die Sterbefälle +22 Prozent, im Dezember +25 Prozent über dem Vier-Jahres-Median.
2022: Rund 1.060.000 Sterbefälle — +3,4 Prozent gegenüber 2021, absolut rund 35.000 Mehr-Tote.7 Einzelne Kalenderwochen lagen bis zu 38 Prozent über dem Median.
2023: Rund 1.020.000 Sterbefälle — -4 Prozent gegenüber 2022, zum Jahresende normalisiert.8
Die WISTA-Publikation 01/2023 weist darauf hin, dass Alterungseffekte der Bevölkerung einen Teil der Rohdaten-Übersterblichkeit erklären können; altersstandardisierte Mortalitätsraten seien die robustere Messgröße.9 Der Destatis-Befund bleibt: 2022 starben in Deutschland statistisch rund 35.000 Menschen mehr als in einem normalen Jahr.
Was Destatis nicht beantworten kann: ob und in welchem Ausmaß dieser Anstieg mit der Impfkampagne zusammenhängt. Die Behörde weist die Zahl aus — sie bewertet die Kausalität nicht.
Die Interessenstruktur#
Diese Frage beantwortet sich nicht von selbst. Wer profitiert, wer verliert — das ist keine Spekulation, wenn es öffentlich dokumentiert ist.
| Akteur | Interesse / Dokumentierter Nutzen |
|---|---|
| Pfizer | Umsatz 2021: 81 Mrd. USD (+92% ggü. 2020); COVID-Vakzin-Anteil: 36 Mrd. USD10 |
| Gates Foundation | Equity-Investment in BioNTech: am 30.08.2019 gezeichnet — 3,03 Mio. Aktien zu $18,10 je Aktie (SEC-Filing, Exhibit EX-10.36), vier Monate vor dem ersten dokumentierten COVID-Fall11 |
| Ursula von der Leyen | Persönliche SMS-Verhandlungen mit Bourla; Vertragsvolumen: 71 Mrd. Euro für EU-Beschaffung |
| EU-Kommission | Rechtsmittelführerin im laufenden EuGH-Verfahren gegen Transparenz |
| Bevölkerung | Rund 35.000 statistische Mehr-Tote 2022; IgG4-Klassenswitch nach Booster |
Die Tabelle wertet nicht. Sie strukturiert, was öffentlich dokumentiert ist.
Laut Berichten von BBC und Politico über geleakte Epstein-Emails stand auch Peter Mandelson auf Epsteins Kontaktliste.
Der Elefant im Raum#
Die Fragen, die in dieser Kombination nicht gestellt werden:
Wenn der EuGH die Transparenzpflicht bestätigt — was stand in den Verträgen, das nicht öffentlich werden sollte? Haftungsausschlüsse für Pfizer? Klauseln zur Nebenwirkungskommunikation? Die Antwort ist nicht bekannt. Die Frage wird nicht gestellt.
Wenn Irrgang et al. einen IgG4-Klassenswitch nach dem dritten Booster dokumentieren — welche Folgestudien untersuchen die klinische Wirkung auf Krebspatienten, Immunsupprimierte, Ältere? Die Antwort: kaum. Das NIH-Funding für unabhängige mRNA-Langzeitstudien ist, verglichen mit dem Impfstoff-Beschaffungsvolumen, marginal.
Wenn Zhang & El-Deiry in Krebszellen zeigen, dass Spike-Protein p53-abhängige Apoptosewege hemmt — welche Behörde beauftragt In-vivo-Studien? Keine, die öffentlich sichtbar ist.
Wenn Destatis 35.000 Mehr-Tote für 2022 ausweist — warum liegt bis heute keine behördlich beauftragte Todesursachenanalyse dieser Kohorte vor? Die Enquete-Kommission des Bundestags zum Pandemiemanagement (Analyse in Bestandsartikel) hat diese Frage nicht zum Gegenstand ihrer Arbeit gemacht.
Die Abwesenheit von Aufarbeitung ist kein Beleg für Absprache. Sie ist eine Tatsache.
Gegenthese: Was die Zusammenschau nicht belegt#
Erstens — Kausalität: Übersterblichkeit, IgG4-Klassenswitch und p53-Befunde existieren in drei getrennten Evidenzebenen. Sie sind nicht kausal verbunden. Ein gemeinsamer Mechanismus ist wissenschaftlich plausibel, aber nicht durch die vorhandenen Studien belegt.
Zweitens — Intentionalität: Dass Pfizer, BioNTech oder Regierungen von Nebenwirkungen gewusst und diese systematisch verschwiegen hätten, ist nicht gerichtlich festgestellt. Kein Urteil, keine ungeschwärzte Primärquelle belegt Vorsatz. Die juristische Frage — Transparenzpflicht der Verträge — ist von der strafrechtlichen Frage — bewusstes Schaden — zu trennen.
Drittens — Alternativerklärungen: Ein erheblicher Teil der 2022-Übersterblichkeit ist möglicherweise durch COVID-19-Erkrankungen selbst, Alterungseffekte und Post-COVID-Komplikationen erklärbar. Destatis empfiehlt altersstandardisierte Raten als robustere Messgröße. Die Rohdaten-Übersterblichkeit überschätzt den Effekt möglicherweise.
Viertens — IgG4-Kontroverse: Das Toleranzmuster kann biologisch adaptiv sein. Science Immunology hat die Gegenposition peer-reviewed veröffentlicht. Die klinische Schädlichkeit ist nicht bewiesen.
Diese Gegenargumente stimmen. Sie werden ernsthaft geführt. Sie heben die Originalbefunde nicht auf.
Intentionalität: Die offene Frage#
Ob die Entscheidungsträger — in Pharmaunternehmen, in der EU-Kommission, in nationalen Gesundheitsbehörden — von den Nebenwirkungsdaten Kenntnis hatten und diese in Kauf nahmen, ist nicht abschließend gerichtlich geklärt.
Was geklärt ist: Die EU-Kommission hat gegen Transparenzpflichten verstoßen. Was ungeklärt ist: warum, und mit welchem Wissen.
Das ist keine rhetorische Zurückhaltung. Es ist der Unterschied zwischen einem belegten Befund und einer unbelegten Behauptung. Elizaonsteroids zieht diese Grenze, weil Präzision der einzige Schutz vor dem Reflex ist, den die Gegenseite nutzt: wer übertreibt, verliert die belegten Teile mit.
Die Frage, die dieser Artikel stellt, ist die Frage im Titel. Die Antwort ist: Die Evidenz trägt die Frage. Sie beantwortet sie nicht.
Befund#
Ein EU-Gericht hat dokumentiert, dass die COVID-Impfstoffverträge unter Verletzung des Transparenzrechts verhandelt wurden. Generalanwalt Rantos empfiehlt, das zu bestätigen. Das Urteil steht aus.
Zwei peer-reviewed Studien in einschlägigen Journalen dokumentieren biologische Effekte von Spike-Protein, die mit Immunsuppression und Apoptosehemmung in Krebszellen assoziiert sind. Die klinische Bedeutung für den Menschen ist wissenschaftlich offen.
Das Statistische Bundesamt weist für 2022 rund 35.000 Mehr-Tote aus. Keine Behörde hat eine öffentlich beauftragte Todesursachenanalyse dieser Kohorte vorgelegt.
Diese drei Stränge wurden bisher nicht nebeneinandergelegt. Sie zusammenzulegen ist keine Behauptung. Es ist eine Komposition öffentlich zugänglicher Primärquellen.
Ob das “das größte Kapitalverbrechen der Menschheit” ist — diese Formulierung stammt nicht von elizaonsteroids. Sie kursiert in Aufarbeitungskreisen. Dieser Artikel prüft, welchen Teil der Evidenz sie trägt.
Den strafrechtlichen Teil: keinen, noch nicht.
Den strukturellen Teil — Kapitalflüsse, verweigerte Transparenz, ungestellte Fragen, unbeauftragte Studien — diesen Teil trägt sie.
Primärquellen#
Weiterführende Bestandsartikel:
- Insider-Trading — das Muster: Kapitalflüsse Gates/BioNTech, SEC-Filings
- Hypothese: Anatomie eines Genozids: Chronologie 2018–2026, Intentionalitäts-Rahmen
- Pfizergate: EuGH-Generalanwalt: GA Rantos 11.06.2026, vollständige Dokumentation
- Enquete: Schema — zwei Sitzungen: Parlamentarische Aufarbeitung und ihre Grenzen
EuG, Urteile vom 17.07.2024 — T-761/21 (Courtois u.a./Kommission) und T-689/21 (Auken u.a./Kommission); EUR-Lex CELEX:62021TJ0689 — https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/PDF/?uri=CELEX%3A62021TJ0689 ↩︎
CURIA Pressemitteilung Nr. 86/2026, 11.06.2026 — GA Rantos, C-631/24 P + C-632/24 P — https://curia.europa.eu/site/upload/docs/application/pdf/2026-06/cp260086de.pdf ↩︎
Irrgang et al., “Class switch toward noninflammatory, spike-specific IgG4 antibodies after repeated SARS-CoV-2 mRNA vaccination”, Science Immunology, 22.12.2022, DOI: 10.1126/sciimmunol.ade2798 — https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9847566/ ↩︎
Science Immunology Editorial, “Is it bad, is it good, or is IgG4 just misunderstood?”, DOI: 10.1126/sciimmunol.adg7327 — https://www.science.org/doi/10.1126/sciimmunol.adg7327 ↩︎
Zhang & El-Deiry, “Transfected SARS-CoV-2 spike DNA for mammalian cell expression inhibits p53 activation of p21(WAF1), TRAIL Death Receptor DR5 and MDM2 proteins in cancer cells and increases cancer cell viability after chemotherapy exposure”, Oncotarget, Vol. 15, S. 275–284, 03.05.2024, DOI: 10.18632/oncotarget.28582 — https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11073320/ ↩︎
Destatis WISTA 01/2023, Kauermann/De Nicola, “Übersterblichkeit durch Corona” — https://www.destatis.de/DE/Methoden/WISTA-Wirtschaft-und-Statistik/2023/01/uebersterblichkeit-durch-corona-012023.pdf ↩︎
Destatis-Pressemitteilung, Sterbefälle 2022, Januar 2023 — https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/01/PD22_012_126.html ↩︎
Destatis-Pressemitteilung, Sterbefälle 2023, Januar 2024 — https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_011_126.html ↩︎
Destatis, “Auswertung der unterjährigen Sterbefallzahlen seit 2020” (aktualisiert 23.06.2026) — https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-Lebenserwartung/sterbefallzahlen.html ↩︎
Pfizer Inc., 2021 Annual Report / Form 10-K (Geschäftsjahr 2021): Gesamtumsatz 81,288 Mrd. USD, davon Comirnaty-Umsatz 36,781 Mrd. USD — SEC EDGAR, CIK 0000078003 — https://www.sec.gov/cgi-bin/browse-edgar?action=getcompany&CIK=0000078003&type=10-K ↩︎
SEC-Filing zur Equity-Beteiligung der Bill & Melinda Gates Foundation an der BioNTech SE, Exhibit EX-10.36, gezeichnet 30.08.2019 (3,03 Mio. Aktien zu $18,10 je Aktie) — sec.gov ↩︎





