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Follow the Money: Wer HateAid finanziert — und warum das wichtig ist

··2194 Wörter·11 min
Inhaltsverzeichnis
Medienkritik - Dieser Artikel ist Teil einer Serie.
Dieser Artikel

Interaktiver Netzwerk-Graph: Wer steckt dahinter? (Klicken für vollständige Verbindungsübersicht)


Eine Ex-Nazi-Familie, zwei Bundesministerien, eine Kampagnen-NGO und ein PR-Berater. Das Netzwerk hinter der Organisation, die Identifikationspflicht im Internet fordert.
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Was HateAid ist
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HateAid ist eine gemeinnützige GmbH mit Sitz in Berlin, gegründet 2018. Offizieller Zweck: Beratung und Unterstützung von Betroffenen digitaler Gewalt. 54 Mitarbeitende. 143 Abmahnungen und 49 Zivilklagen im Jahr 2024 [1].

Das klingt gut. Gegen Hass im Netz — wer kann dagegen sein?

Die Frage ist nicht ob HateAid Gutes tut. Die Frage ist: Wer bezahlt dafür? Und was wird mit dem Geld noch bezahlt?


Die Gesellschafter
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HateAid veröffentlicht seine Gesellschafterstruktur auf der eigenen Website. Transparenzpflicht. Alles öffentlich [1]:

GesellschafterAnteilSitz
Campact e.V.33,32%Berlin
Anna-Lena von Hodenberg33,34%Berlin
Fearless Democracy e.V.33,34%Hamburg

Drei gleiche Teile. Drei Akteure. Schauen wir sie uns an.


Campact: 24,6 Millionen Euro und ein fertiger Artikel
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Campact e.V. ist eine der größten deutschen Kampagnen-Organisationen. 4,25 Millionen Unterstützer. Im Jahr 2024 sammelte Campact 24,6 Millionen Euro an Spenden ein — Rekord. Dazu kommen 4,3 Millionen Euro für die angeschlossene Stiftung [2][3].

Campact sagt: Kein Staatsgeld, kein Konzerngeld. Nur Spenden [4].

Das stimmt — für Campact selbst. Aber Campact hält 33,32% an HateAid. Und HateAid bekommt Staatsgeld. Eine saubere Trennung, die bei genauerem Hinsehen keine ist.

Am 19. März 2026 veröffentlichte der Spiegel die Titelstory über Collien Fernandes und Christian Ulmen. Am 20. März — einen Tag später — hatte Campact einen fertigen Artikel online. 2.000 Wörter, Gisèle-Pelicot-Vergleich, politische Forderungen [5].

Campact schreibt keinen 2.000-Wörter-Artikel über Nacht. Der Text war vorbereitet. Die Gesellschafterin wusste, was ihre Tochterorganisation vorhat.


Fearless Democracy: Ein PR-Berater gründet eine NGO
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Fearless Democracy e.V. wurde 2017 von Gerald Hensel gegründet. Hensel ist kein Aktivist — er ist ein Kommunikations- und Digital-Experte, ein Werbeberater [6][7].

Der Verein wird unter anderem von der Robert Bosch Stiftung gefördert [8].

Ein PR-Berater gründet eine NGO gegen “Hass im Netz”, die NGO gründet zusammen mit einer Kampagnen-Organisation eine gGmbH, die gGmbH bekommt Staatsgeld und fordert Identifikationspflicht. Das ist keine Graswurzel-Bewegung. Das ist professionelle Kampagnenarbeit.


Die Geldgeber: Wer zahlt mehr als 10%?
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HateAid ist gesetzlich verpflichtet, Geldgeber offenzulegen, deren jährliche Zuwendung mehr als zehn Prozent der Gesamteinnahmen ausmacht. Für 2024 sind das [1]:

  1. Alfred Landecker Foundation
  2. Bundesministerium der Justiz
  3. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Laut Spiegel finanziert sich HateAid zu etwa 50% aus privater Förderung, zu je etwa 20% aus öffentlicher Förderung und freien Spenden [9].

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat die Förderung 2024 explizit verlängert — obwohl der Regierungsentwurf sie nicht mehr vorgesehen hatte [10].


Alfred Landecker Foundation: 260 Millionen von einer Ex-Nazi-Familie
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Die Alfred Landecker Foundation ist die Stiftung der Unternehmerfamilie Reimann. Stiftungsvermögen: 260 Millionen Euro [11].

Die Reimanns sind eine der reichsten Familien Deutschlands. Geschätztes Gesamtvermögen: 35 Milliarden Euro. Ihre Holding JAB kontrolliert ein globales Imperium — Marken, die Millionen Menschen täglich nutzen, ohne zu wissen wer dahintersteht:

  • Kaffee: Jacobs, Senseo, Tassimo (JDE), Peet’s Coffee, Caribou Coffee, Stumptown, Intelligentsia
  • Restaurants: Pret A Manger, Panera Bread, Einstein Bros Bagels, Krispy Kreme, Insomnia Cookies
  • Getränke: Keurig Dr Pepper
  • Kosmetik (COTY): Calvin Klein, Covergirl, OPI, Marc Jacobs, Clairol
  • Haushalt (Reckitt Benckiser, Minderheitsbeteiligung): Calgon, Sagrotan, Finish, Vanish, Kukident, Durex, Nurofen
  • Luxus: Jimmy Choo, Bally

Die Geschichte der Familie:

Albert Reimann senior und Albert Reimann junior waren “glühende Anhänger des Hitler-Regimes” [12]. In den Werken der Firma Joh. A. Benckiser GmbH in Ludwigshafen kam es während der NS-Zeit zu Zwangsarbeit, Gewalt und Missbrauch an Zwangsarbeitern. Auch in der Privatvilla der Familie [12][13][14].

2019 bekannte sich die Familie erstmals zu ihrer Vergangenheit. Sie zahlte 10 Millionen Euro an ehemalige Zwangsarbeiter und deren Nachkommen [15]. 10 Millionen — von 35 Milliarden.

Im selben Jahr gründete die Familie die Alfred Landecker Foundation. Offizieller Zweck: Holocaust-Gedenken, Kampf gegen Antisemitismus, Stärkung der Demokratie [11].

Einer der größten Geldgeber von HateAid — der Organisation, die Identifikationspflicht im Internet fordert — ist also die Wiedergutmachungs-Stiftung einer Familie, die von Zwangsarbeit profitiert hat.


Die Kette
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Legt man die öffentlich verfügbaren Informationen nebeneinander, ergibt sich folgendes Bild:

Finanzierung:

  • Familie Reimann (35 Mrd €) → Alfred Landecker Foundation (260 Mio €) → HateAid (>10% Budget)
  • Bundesjustizministerium → HateAid (~20% Budget)
  • Bundesfamilienministerium → HateAid (~20% Budget)

Gesellschafter:

  • Campact (24,6 Mio €/Jahr, 33,32%) → HateAid
  • Fearless Democracy (PR-Berater Hensel, 33,34%) → HateAid
  • Von Hodenberg (Geschäftsführerin, 33,34%) → HateAid

Kampagne Fernandes/Ulmen (März 2026):

  • HateAid arbeitet mit Fernandes zusammen [16]
  • HateAid-Geschäftsführerin Ballon wusste seit Monaten vom Fall [17]
  • Campact hat in 24 Stunden einen fertigen Artikel [5]
  • Fernandes fordert im Interview Identifikationspflicht im Netz [16]
  • Demo am Brandenburger Tor in 72 Stunden [18]

Was die Chronologie nicht erklärt
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  • Bis September 2025: Fernandes und Ulmen drehen gemeinsame Werbespots für Shop Apotheke — im Pyjama, als glückliches Paar [19].
  • September 2025: Trennung. Shop Apotheke stellt auf separate Clips um — vorproduziert [19].
  • Ende 2025: Anzeige in Spanien.
  • März 2026: Spiegel-Titelstory, HateAid-Kampagne, Demo, Gesetzentwurf.
  • März 2026: Shop Apotheke setzt Werbung komplett aus [20].

Die Frage: Wann genau begannen die Vorwürfe — und was wusste HateAid-Chefin Ballon, als sie sagte sie kenne den Fall “seit Monaten”? War das vor oder nach der Trennung? Vor oder nach den gemeinsamen Werbespot-Drehs?

Was das bedeutet — und was nicht
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Dieser Artikel behauptet nicht, dass HateAid keine sinnvolle Arbeit leistet. Digitale Gewalt ist real. Deepfakes sind ein Problem. Betroffene brauchen Unterstützung.

Dieser Artikel behauptet auch nicht, dass eine Verschwörung vorliegt. Alles hier Beschriebene ist öffentlich zugänglich — auf den Websites der beteiligten Organisationen, in Bundestagsdrucksachen, in Jahresabschlüssen.

Was dieser Artikel zeigt:

  1. Die Finanzierung ist nicht neutral. Wer von zwei Ministerien und einer Ex-Nazi-Stiftung finanziert wird, ist nicht unabhängig — egal was auf der Website steht.

  2. Die Kampagnenstruktur ist professionell. Campact gründet HateAid, HateAid bereitet den Fall monatelang vor, Campact hat den fertigen Artikel, die Politik fordert neue Gesetze. Das ist keine organische Empörung. Das ist eine Pipeline.

  3. Das Ziel ist politisch. Identifikationspflicht im Internet ist keine Schutzmaßnahme für Deepfake-Opfer. Es ist ein Überwachungsinstrument, das Whistleblower, Journalisten, Oppositionelle und Coronakritiker ihrer Anonymität beraubt.

Die Frage ist nicht ob HateAid Gutes tut. Die Frage ist: Für wen?


Quellen
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[1] HateAid: Transparenzbericht. hateaid.org

[2] taz (08.08.2025): Transparenzbericht von Campact: So viel Geld wie nie zuvor. taz.de

[3] Campact: Einnahmen und Ausgaben 2023. campact.de

[4] Campact: So finanziert sich Campact. campact.de

[5] Campact (20.03.2026): Artikel zum Fall Fernandes/Ulmen. campact.de

[6] politik&kommunikation: Hensel gründet Fearless Democracy. politik-kommunikation.de

[7] Das NETTZ: Fearless Democracy. das-nettz.de

[8] Robert Bosch Stiftung: Who are you on the digital stage? bosch-stiftung.de

[9] Spiegel (25.12.2025): HateAid: Was macht die Organisation? Und wie wird sie finanziert? spiegel.de

[10] Bundestag (2024): Haushalt 2024: ‘Hate Aid’ wird weiter gefördert. bundestag.de

[11] Alfred Landecker Foundation: Wer wir sind. alfredlandecker.org

[12] DW (24.03.2019): Nazi-Vergangenheit holt Milliardärs-Familie Reimann ein. dw.com

[13] SZ (2019): Reimann-Gründer waren Nazis. sueddeutsche.de

[14] Manager Magazin (24.03.2019): Familie Reimann: Missbrauchsskandal zur NS-Zeit enthüllt. manager-magazin.de

[15] Handelsblatt (12.12.2019): Familie Reimann zahlt 10 Millionen Euro für Ex-Zwangsarbeiter. handelsblatt.com

[16] HateAid/Fernandes Interview (2026): Identifikationspflicht-Forderung.

[17] Ballon, J. (2026): “Ich habe es ja schon vor einigen Monaten erfahren.” Interview via Homburg/X.

[19] Apotheke ADHOC (2025/2026): Ulmen und Fernandes werben weiter für Shop Apotheke / Nach Ulmen-Anzeige: Shop Apotheke setzt Werbung aus. apotheke-adhoc.de

[20] RTL (20.03.2026): Shop Apotheke stoppt Werbung mit Christian Ulmen und Collien Fernandes. rtl.de

[18] Diverse Quellen (21.-22.03.2026): Demo am Brandenburger Tor.


Wer HateAid kritisiert, wird als Hass-Befürworter gebrandmarkt. Das ist Teil der Strategie. Denn wer würde schon gegen eine Organisation sein, die “gegen Hass” kämpft? Niemand. Genau darauf wird gebaut. Die Frage ist nicht ob Hass bekämpft werden soll. Die Frage ist: Wer bestimmt, was Hass ist — und wer dafür bezahlt wird, es zu definieren?


Update (27. März 2026): Das Aktivisten-Netzwerk hinter Collien Fernandes
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Die Grafik die heute kursiert zeigt das Netzwerk hinter dem Fall Fernandes präzise. Was dahinter steckt, belegen die Quellen:

Josephine Ballon + Anna-Lena von Hodenberg (HateAid): Von Hodenberg wusste seit einigen Monaten von den Vorwürfen gegen Ulmen — bevor der SPIEGEL berichtete. Nach Veröffentlichung orchestrierten HateAid und ihre Geschäftsführerinnen eine koordinierte Medienkampagne mit Hashtags wie Der Feind im eigenen Bett. HateAid hatte bereits im Februar 2026 einen fertigen Gesetzentwurf an das Justizministerium geschickt — die zentralen Forderungen landen 1:1 im Entwurf von Ministerin Hubig.

Nebenbei: Die USA sanktionieren Ballon und von Hodenberg im Dezember 2025 (US State Department, 23.12.2025) — Einreiseverbot.

Marie Broeckling (Correctiv, 01/2025–08/2025): War bei Correctiv tätig — der Organisation die auch den Wannsee-Artikel veröffentlichte, der zur Demo im Januar 2024 führte.

Christina Clemm (Anwältin, ZeroCovid-Initiatorin): Clemm beriet Fernandes laut SPIEGEL. Clemm war im Januar 2021 Initiatorin der Kampagne Zero Covid — die für maximale Lockdowns eintrat. Wikipedia und NIUS bestätigen.

Die Verbindungslinie: Vier Personen aus drei Organisationen (HateAid, Correctiv, ZeroCovid) — alle ideologisch in dieselbe Richtung ausgerichtet — stehen hinter einer Frau die einen Fall öffentlich macht, den sie selbst nach eigenen Angaben auf Instagram nur von Dritten kennt.

Das Gesetz das dabei entsteht reguliert laut Beobachtern weit mehr als Deepfakes — auch nicht-sexualisierte Inhalte fallen darunter.


Weiterlesen:

Quellen: Exxpress.at (27.03.2026) · Wikipedia/Christina Clemm · Wikipedia/Anna-Lena von Hodenberg · SZ (23.12.2025) · NIUS (27.03.2026)


Update (23. April 2026): „Wenn wir das nicht werden, dann müssen wir eben die Hälfte unserer Beratung einstellen"
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Satirischer Zusammenschnitt von _horizont_ — aus Originalmaterial Josephine Ballon und Anna-Lena von Hodenberg, HateAid (April 2026). Originalvideo unter youtu.be/KaKs4-nFvic.

In einem Kurzvideo (Originalmaterial verlinkt unten als Quelle [21]) treten Josephine Ballon und Anna-Lena von Hodenberg vor die Kamera und sagen den Satz, der die ganze Strukturanalyse dieses Artikels in vier Sekunden bestätigt:

„Wir werden erstmal nicht weiter finanziert. Wir können uns jetzt neu bewerben. Ist völlig unklar, ob wir weiterhin … wer nicht weiter finanziert. […] Wir müssen uns jetzt neu bewerben. Wir wissen nicht, ob wir noch mal finanziert werden aus dem Familienministerium. Und ja, wenn wir das nicht werden, dann müssen wir eben die Hälfte unserer Beratung einstellen."

— Josephine Ballon und Anna-Lena von Hodenberg, HateAid-Video April 2026 [21]

Die zwei Sätze enthalten alles, was eine 2.500-Wörter-Strukturanalyse erst aufbauen muss:

  1. Die wirtschaftliche Existenz der Organisation hängt am Wohlwollen des BMFSFJ. Nicht an Bürgerspenden, nicht an Mitgliedsbeiträgen, nicht an einem privaten Stiftungsmodell, das einen Existenzpuffer hätte. An einer ministeriellen Vergabeentscheidung. Wenn das Ministerium die Förderung nicht erneuert, fällt die Hälfte des Angebots weg. Eine zivilgesellschaftliche Selbstorganisation der „Betroffenen digitaler Gewalt", als die sich HateAid präsentiert, sieht anders aus.
  2. HateAid selbst nennt das so. Es bedarf keiner kritischen Recherche, keines Whistleblowers, keiner geleakten Drucksache — die Geschäftsführerinnen sagen es vor laufender Kamera. Damit erübrigt sich jede Debatte darüber, ob die Strukturanalyse dieses Blogs übertreibt: HateAid bestätigt sie wörtlich.

Direkt im Anschluss zitiert das Video Markus Söder: „NGOs als Kraken, die sich im Staat eingenistet haben." Die Reaktion der zwei HateAid-Geschäftsführerinnen: kollektives Lachen — und der Spruch „Free speech needs boundaries".

Das ist Self-Reveal in Reinkultur. Söder kritisiert den Krakenarm. Die Sprecherinnen einer Organisation, die ohne BMFSFJ-Geld die Hälfte ihrer operativen Tätigkeit einstellen müsste, antworten mit einem Satz, der genau das Selbstverständnis bestätigt, das Söder kritisiert: dass es legitim ist, wenn eine staatlich finanzierte Privatorganisation öffentlich definiert, wo die Grenzen der Meinungsfreiheit verlaufen sollen.

Was das für die Strukturanalyse bedeutet
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Drei Punkte aus diesem Self-Reveal:

  • Die Mitarbeiterinnen wissen, was sie tun. Die übliche Schutzbehauptung „die Aktivistinnen sind doch nur engagierte junge Leute, die Betroffene unterstützen" ist hier widerlegt — durch die Geschäftsführerinnen selbst. Sie machen keine Naivitätsbehauptung. Sie thematisieren die Bundesförderung als ihre wirtschaftliche Lebensgrundlage. Sie wissen, was sie sind.
  • Das Bevölkerungs-Bypass. Über die Konstruktion „Bundesministerium finanziert Privatorganisation, die Meinungsgrenzen mitformt und für ihre eigenen Forderungen Gesetzentwürfe an dasselbe Justizministerium schickt" gab es nie einen Volksentscheid. Es gab keine Wahlentscheidung darüber. Es gab nur eine Förderlogik, die im Hintergrund läuft, bis der Wegfall der Förderung sie sichtbar macht.
  • Die Verschiebungs-Dynamik. Wer mitfinanziert, definiert mit. Eine NGO, die zur Hälfte vom BMFSFJ alimentiert wird, kann nicht gleichzeitig der unabhängige Watchdog gegen digitale Übergriffigkeit sein und der gesetzgeberische Stichwortgeber des Justizministeriums. Sie ist beides — und hat damit ein Konfliktpotenzial mit der eigenen Selbstdarstellung, das im Video zum ersten Mal öffentlich nicht mehr verborgen wird.

Was passiert, wenn die Förderung wegfällt
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Wenn das BMFSFJ die HateAid-Förderung nicht erneuert, ist das nicht das Ende der Arbeit gegen digitale Gewalt. Es ist der Stresstest für die Behauptung, HateAid sei „aus der Zivilgesellschaft" entstanden. Wenn aus der Zivilgesellschaft im Wegfall der Bundesförderung kein nennenswerter Spendenanstieg kommt, der den Wegfall kompensiert, war HateAid keine zivilgesellschaftliche Organisation mit gelegentlicher staatlicher Kofinanzierung, sondern eine staatlich getragene Programm-Outsourcing-Stelle mit gelegentlichen Spenden. Diese Frage wird der Stresstest empirisch beantworten.

Die Reaktion der Geschäftsführerinnen im Video gibt darauf bereits eine Vorabantwort. Wer im Falle des Wegfalls der staatlichen Förderung mit „dann müssen wir eben die Hälfte unserer Beratung einstellen" reagiert, hat keinen Plan B aus der Zivilgesellschaft. Er hat keinen, weil es ihn nie gab. Genau dafür sind Strukturanalysen wichtig: damit die Realität nicht der Kommunikation der Inszenierten überlassen bleibt — auch dann, wenn die Inszenierten sie freiwillig vor der Kamera selbst dementieren.

[21] HateAid (April 2026): Kurzvideo mit Josephine Ballon und Anna-Lena von Hodenberg zur Förder-Unklarheit und Söder-Reaktion. youtu.be/KaKs4-nFvic

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