Zum Hauptinhalt springen
  1. Blog/

Shadowban für einen Link ins Lobbyregister

··245 Wörter·2 min

Heute früh postete ich auf X einen Hinweis auf das öffentliche Lobbyregister des Bundestags.

Der Inhalt: HateAid reichte am 6. Februar 2026 einen vierseitigen Gesetzentwurf beim Bundesjustizministerium ein — dokumentiert, öffentlich einsehbar, keine Interpretation. Wenige Wochen später, am 19. März, kündigte Justizministerin Hubig exakt dieses Gesetz im Spiegel an — begleitend zur Fernandes-Titelgeschichte.

Kein Schimpfwort. Keine Beleidigung. Keine Falschbehauptung. Eine Primärquelle.

Das Ergebnis
#

X hat meinen Account mit einem Label versehen: “platform manipulation”. Die Reichweite wird eingeschränkt, der Account aus Empfehlungen, Trends und Antwort-Benachrichtigungen ausgeschlossen.

30 Minuten nach dem Post kam das Label. Der Algorithmus hat entschieden: Lobbyregister-Links sind verdächtig.

Was das zeigt
#

Vage Meinungen fliegen durch. Belegte Fakten werden geflaggt. Je präziser der Inhalt, desto höher das Risiko — nicht weil er falsch ist, sondern weil er unbequem ist.

HateAid lobbyiert für genau die Gesetze die Plattformen wie X zur Einschränkung von Inhalten zwingen sollen. Ein Link der das dokumentiert triggert den Algorithmus automatisch.

Das ist kein Versehen. Das ist das System das funktioniert wie geplant.

Was bleibt
#

elizaonsteroids.org hat keinen Algorithmus der dazwischenfunkt. Keine NGO die Gesetzentwürfe schreibt um unbequeme Stimmen leiser zu machen. Keine unsichtbaren Wände.

Nur Texte. Quellen. Und die Frage: Wer schreibt eigentlich die Regeln?


Quellen
#

Verwandte Artikel

Trusted Flagger: Wie HateAid und Campact Plattformen zur Zensur verpflichten

Seit Juni 2025 hat HateAid einen Status, über den kaum berichtet wurde: EU-Trusted-Flagger nach Art. 22 des Digital Services Act. Was das bedeutet: Plattformen wie Meta, YouTube und X sind rechtlich verpflichtet, Meldungen von Trusted Flaggern schneller und priorisiert zu bearbeiten. Nicht als Bitte — als Rechtspflicht.

#WirVerlassenX — Drei Parteien, ein Text, eine Uhrzeit

··1041 Wörter·5 min
Am 4. Mai 2026, 08:00 Uhr, posten drei Bundestagsparteien nahezu zeitgleich auf X. Der Text ist bis auf ein einziges Wort identisch: Grüne im Bundestag (@GrueneB…): „X ist in den letzten Jahren im Chaos versunken. Politische Debatten leben vom Austausch, der Menschen erreicht & informiert. X hingegen fördert zunehmend Desinformation. Deswegen nutzen wir diesen Account nicht mehr."

'AI-Filter entlarvt: Wie Venice.ai den Status Quo herausfordert'

Das Problem mit AI-Filtern # AI-Filter sind darauf ausgelegt, Inhalte zu beschränken, die als unangemessen, anstößig oder kontrovers eingestuft werden. Während dies wie ein Schritt in Richtung einer sichereren Online-Umgebung erscheinen mag, führt es oft zur Unterdrückung wichtiger Gespräche und zur Verbreitung voreingenommener Informationen.

Amadeu Antonio Stiftung: Geld, Geheimdienst, Geschichte — die Strukturanalyse

Hinweis zur Methodik. Dieser Text stützt sich auf primäre Bundestags-Drucksachen, das Stiftungsregister, die AAS-Webseite und das öffentlich zugängliche Material zur Stasi-IM-Vergangenheit der Gründerin. Wo Beträge nur sekundärbelegt sind, ist das gekennzeichnet. Die Stiftung leistet Arbeit gegen Rechtsextremismus, die unbestreitbar einen gesellschaftlichen Bedarf adressiert. Es geht hier nicht darum, ihr die Existenzberechtigung abzusprechen — es geht darum zu zeigen, was die Stiftung bei der Selbstdarstellung als „zivilgesellschaftlicher" Akteur systematisch nicht zeigt.