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Malinformation: Die Kategorie, die wahre Fakten zur Gefahr erklärt

Das Virality Project arbeitete mit einer internen Kategorie namens „malinformation". Die Definition: faktisch korrekte Informationen, die Impfzögern auslösen könnten. Die Kategorie machte wahre Aussagen zu „actionable content" — zu Inhalten, die Plattformen gemeldet und zur Entfernung empfohlen wurden.

Das ist die Geschichte. Nicht die Frage, ob Plattformen Inhalte moderieren dürfen. Sondern die Frage, was eine staatlich mitfinanzierte Infrastruktur mit verifizierten, korrekten Informationen gemacht hat.

Das Virality Project
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Das Virality Project entstand 2021 als COVID-spezifische Erweiterung der Election Integrity Partnership — einem Konsortium aus Stanford Internet Observatory, dem University of Washington Center for an Informed Public, Graphika und dem Atlantic Council’s Digital Forensic Research Lab. Dieselben vier Organisationen, dasselbe JIRA-Ticket-System, das schon im Wahljahr 2020 als Kanal zwischen gouvernementalen Partnern und Plattform-Teams funktioniert hatte.

Gouvernementale Partner: CISA (Cybersecurity and Infrastructure Security Agency) und das Global Engagement Center des State Department. Plattformpartner: Facebook, Google/YouTube, Twitter, TikTok.

Die Twitter Files (Teil 19, 17. März 2023, veröffentlicht von Matt Taibbi und Michael Shellenberger) machten interne Virality-Project-Dokumente öffentlich. Darunter die Definition von „malinformation" und die Liste dessen, was das Projekt als „actionable" einstufte.

Was als actionable eingestuft wurde
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Der Begriff „actionable" bedeutete im System des Virality Project: meldepflichtig an die Plattformen, zur Moderationsentscheidung empfohlen.

Konkret eingestufte Inhalte:

Ein konsolidiertes VAERS-PDF. Das Vaccine Adverse Event Reporting System ist das offizielle US-Meldesystem für Impfnebenwirkungen. Ein PDF mit konsolidierten VAERS-Daten wurde als „actionable" eingestuft — Google entfernte es nach dem Report.

Berichte über AstraZeneca-Blutgerinnsel. Wahre Berichte über dokumentierte Blutgerinnselfälle nach AstraZeneca-Impfung — zum Zeitpunkt, als diese Fälle in Europa bereits zu Zulassungsbeschränkungen führten.

Ein NYT-Artikel über Thrombozytopenie. Ein Bericht der New York Times über Blutplättchenerkrankungen nach COVID-Impfung. Ein Artikel einer der meistgelesenen Tageszeitungen der Welt, der auf peer-reviewte Fallberichte zurückging.

Eine geschlossene Schule in Central New York. Eine Schule hatte nach Impfnebenwirkungsberichten vorübergehend geschlossen. Das Virality Project stufte Berichte darüber als „Standard Vaccine Misinformation" ein.

Diskussionen über Naturimmunität und Durchbruchsinfektionen. Naturimmunität als wissenschaftliches Konzept, Durchbruchsinfektionen als empirisch belegte Realität — beides unter Suppression.

Alle diese Inhalte fallen unter die interne Definition von „malinformation": faktisch korrekt, aber geeignet, Impfzögern auszulösen. Die Kategorie unterscheidet nicht zwischen wahr und falsch. Sie unterscheidet zwischen nützlich und schädlich — nützlich oder schädlich gemessen an einem Politikziel.

Der Druck von oben
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Die Infrastruktur des Virality Project war der institutionelle Rahmen. Der Druck von oben kam direkt.

Lauren Culbertson leitete bei Twitter den Bereich US Public Policy. Ein internes Memo von ihr, veröffentlicht durch die Twitter Files (Teil 10, David Zweig, 26. Dezember 2022), dokumentiert die Kommunikation mit der Biden-Administration:

Die Administration sei „not satisfied with Twitter’s enforcement approach". Sie wolle, dass Twitter „more" tue und „de-platform several accounts". Der Ton der Kommunikation mit Twitter-Teams sei „very angry in nature" gewesen.

Das ist kein nachträglicher Vorwurf. Es ist ein internes Twitter-Dokument aus dem Jahr 2021 — geschrieben von der Person, die die Regierungskommunikation führte.

Zuckerberg bestätigte die Grundstruktur im August 2024, in einem Brief an das House Judiciary Committee:

„In 2021, senior officials from the Biden Administration, including the White House, repeatedly pressured our team for months to censor certain COVID-19 content, including humor and satire, and expressed a lot of frustration with our teams when we didn’t agree."

„I believe the government pressure was wrong and I regret that we were not more outspoken about it."

Humor und Satire zu COVID-Themen. Auch das war Gegenstand des Drucks.

Das Gericht und seine Grenzen
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Im Juni 2024 entschied der Supreme Court in Murthy v. Missouri (603 U.S. 43) mit 6:3 Stimmen, den Fall abzuweisen. Die Mehrheitsmeinung — verfasst von Justice Barrett — stellte fest, dass die Kläger keine ausreichende Verbindung zwischen der Regierungskommunikation und spezifischen Plattformentscheidungen gegen sie nachweisen konnten. Die Entscheidung scheiterte am prozessualen Kriterium des Standing.

Der Supreme Court hat nicht entschieden, dass keine Koerzion stattgefunden hat. Er hat entschieden, dass die vorliegenden Kläger nicht die richtigen Kläger waren, um das zu klären.

Justice Alito schrieb im Dissent — gemeinsam mit Thomas und Gorsuch:

„The Court permits the successful campaign of coercion in this case to stand as an attractive model for future officials who want to control what the people say, hear, and think."

Alito bezeichnete die Regierungshandlungen als „covert scheme of censorship".

Die Mehrheitsmeinung hat diese Formulierung nicht widerlegt. Sie hat das Standing verneint. Das ist eine wichtige Unterscheidung.

Zwei Hebel, eine Logik
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Das HHS zog im Oktober 2025 zwei FDA-Studien zurück, die positive COVID-Impfstoffeffekte dokumentierten — und blockierte im April 2026 eine fertige CDC/MMWR-Studie. Administrativer Rückzug von Sicherheitsdaten, die unerwünschte Ergebnisse hatten.

Das Virality Project unterdrückte zwischen 2021 und 2022 wahre Informationen über Impfnebenwirkungen, weil sie Impfzögern auslösen könnten.

Beide Vorgänge folgen demselben Strukturprinzip: Das, was die Öffentlichkeit über Impfstoffe wissen darf, wird durch institutionelle Entscheidungen gefiltert — einmal durch administrativen Rückzug, einmal durch Plattformdruck. Die Richtung ist jeweils eine andere; die Logik ist dieselbe.

Der HHS-Vorgang ist gesondert dokumentiert.

Was bleibt
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Das Virality Project hat eine Kategorie für wahre Informationen geschaffen, die nicht verbreitet werden sollten. Die Dokumente dazu wurden durch die Twitter Files öffentlich. Die Biden-Administration hat Druck auf Plattformen ausgeübt, der nach eigenem Eingeständnis Zuckerbergs falsch war. Der Supreme Court hat die Verfassungsfrage prozessual beiseitegelegt, nicht beantwortet.

Die interne Definition von „malinformation" ist das Dokument, das bleibt. Faktisch korrekt — trotzdem actionable. Das ist kein Nebenprodukt des Systems. Das ist das System.


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