2016 saß Dunja Hayali auf der Bühne der dbb-Jahrestagung in Köln und moderierte eine Diskussion, die heute wie ein früher Warnhinweis wirkt. Wolfgang Bosbach, Werner Patzelt, Flüchtlingskrise, Medienrolle, Politik gegen Bürger. Das Thema hieß offiziell: Herausforderungen für die Demokratie. In Wahrheit ging es um etwas Härteres: Wer entscheidet, was öffentlich als Wahrheit gelten darf?
Am 4. Mai 2026 — am gleichen Tag, an dem die WHO den Hantavirus-Ausbruch auf der MV Hondius offiziell bestätigt — bringt die tagesschau in ihrem vertikalen Social-Media-Format einen 99-Sekunden-Erklär-Clip. Eine junge Moderatorin vor blauer Weltkarte, dahinter der tagesschau-Schriftzug. Zwischengeschnitten: ein Statement von Stefan Schmiedel — „Infektiologe und Tropenmediziner", in der Bauchbinde unkommentiert, in der Sache die führende Hamburg-UKE-Stimme zu importierten Tropenkrankheiten.
Am 25. Februar 2026 hat der VII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs unter Vorsitz von Richter Pamp, mit den Richterinnen und Richtern Halfmeier, Graßnack, Borris und Dr. Hannamann, eine Entscheidung verkündet, die in den Sendern, auf deren Finanzierungsmechanik sie unmittelbar wirkt, bis heute nicht vorkommt. Aktenzeichen: VII ZB 29/24. Gegenstand: die Zwangsvollstreckung des Bayerischen Rundfunks gegen einen einzelnen Beitragsschuldner im Allgäu wegen rückständiger Rundfunkbeiträge. Ergebnis: Die Zwangsvollstreckung ist für unzulässig erklärt, die Kosten trägt der Gläubiger — also der BR. Beide Vorinstanzen, das Amtsgericht Kaufbeuren und die 4. Zivilkammer des Landgerichts Kempten, waren anderer Meinung. Der BGH hat sie aufgehoben.
1933 stellte die Reichsregierung den Volksempfänger VE 301 vor. Kleines Gerät, günstiger Preis, Massenproduktion. Zweck: Ein Signal in jeden Haushalt. Kein anderes Gerät, keine andere Frequenz, keine andere Meinung.
2026 haben wir Hunderte Sender. Streaming, Podcasts, Social Media, ÖRR, Privatfernsehen. Technisch war noch nie so viel möglich.
Die Deutschen zahlen 18,36 Euro im Monat. Jeden Monat. Ob sie wollen oder nicht. Das ergibt 8,7 Milliarden Euro im Jahr. Dafür bekommen sie: Traumschiff. Pilcher. Rosamunde. Und eine Corona-Berichterstattung, die sich im Nachhinein als das herausstellt, was sie von Anfang an war — regierungsnah, einseitig und ohne jeden Widerspruch.
Wer hat Georg Restle gesehen? Zuletzt in Nairobi gesichtet.
Es gibt eine deutsche Fernsehlegende, die man kennen muss, um Georg Restle wirklich zu verstehen: Eduard Zimmermann. Dreißig Jahre lang saß Zimmermann beim ZDF hinter seinem Pult, blickte mit gerunzelter Stirn in die Kamera und fragte: “Haben Sie diesen Mann gesehen?” Er war Richter, Moralapostel und Hüter der öffentlichen Ordnung in einer Person — alles im Staatsfernsehen, alles mit Sendungsbewusstsein, alles ohne die leiseste Andeutung von Selbstzweifel.
Am 13. März 2026 wurde Norbert Himmler vom ZDF-Fernsehrat als Intendant wiedergewählt. Ohne Gegenkandidat. 48 von 53 Stimmen. Nordkoreanisch wäre übertrieben — aber demokratisch sieht anders aus.
In seiner Bewerbungsrede sprach Himmler von einer “wachsenden Zahl von Menschen, die nur noch das glauben, was in ihr Weltbild passt.” Er sprach vom “Feind”. Er will das ZDF als “relevanten Faktor für unsere Demokratie” positionieren.
Wenn Grundschulwissen zur Herausforderung wird # Man sollte meinen, dass Redaktionen, die mit über 8 Milliarden Euro jährlich finanziert werden, zumindest wissen, wie die Flaggen europäischer Nachbarländer aussehen. Man sollte falsch meinen.
Es gibt Momente, in denen sich Institutionen so gründlich selbst entlarven, dass man als Beobachter nur noch staunend dasitzen kann. Das ZDF hat uns gerade einen solchen Moment beschert – und zwar gleich doppelt.
Im ersten Teil dieser Serie haben wir gezeigt, was passiert ist: Ein Mitarbeiter deckt interne Missstände auf, und statt den Fake-Skandal aufzuarbeiten, jagt das ZDF den Überbringer der Nachricht. Personalrat Hubert Krech sammelt 600 Likes mit einer Tirade, in der er Journalismus als Verrat bezeichnet und kritische Medien als Kriegsgegner.