Hinweis zur Methodik. Dieser Text stützt sich auf primäre Bundestags-Drucksachen, das Stiftungsregister, die AAS-Webseite und das öffentlich zugängliche Material zur Stasi-IM-Vergangenheit der Gründerin. Wo Beträge nur sekundärbelegt sind, ist das gekennzeichnet. Die Stiftung leistet Arbeit gegen Rechtsextremismus, die unbestreitbar einen gesellschaftlichen Bedarf adressiert. Es geht hier nicht darum, ihr die Existenzberechtigung abzusprechen — es geht darum zu zeigen, was die Stiftung bei der Selbstdarstellung als „zivilgesellschaftlicher" Akteur systematisch nicht zeigt.
Am 13. März 2026 fällte die Erste Kammer des Berliner Verwaltungsgerichts ein Urteil, das kaum Schlagzeilen machte. Vorsitzender Richter Jens Tegtmeier stellte klar: Marcel Luthe, ehemaliger FDP-Abgeordneter und Kläger, habe “gemäß Stasi-Unterlagengesetz keinen Anspruch auf Herausgabe” möglicher Stasi-Unterlagen über Angela Merkel.
Die Stasi, das Ministerium für Staatssicherheit der DDR, war ein Symbol für totale Überwachung und Unterdrückung. Mit einem riesigen Netzwerk aus hauptamtlichen und inoffiziellen Mitarbeitern drang sie in die intimsten Bereiche des Lebens der Bürger ein. Doch was damals als Inbegriff des Überwachungsstaates galt, wirkt heute fast schon rudimentär im Vergleich zu den Möglichkeiten, die Big Tech und künstliche Intelligenz (KI) geschaffen haben.