Markus Söder hat eine Döner-Marke. Ja, wirklich. Willkommen im Jahr 2024, wo bayerische Ministerpräsidenten ihre eigenen Fast-Food-Marken registrieren.


Rechtliche und formale Aspekte#

  • Markeninhaber: Markus Söder persönlich, nicht die CSU als Partei
  • Anmeldedatum: 2. August 2024 beim DPMA
  • Schutzumfang: Klasse 29 (Fleisch, Fleischwaren, Döner), Klasse 16 (Druckerzeugnisse), Klasse 35 (Werbung, Marketing)
  • Widerspruchsfrist: Endete im November 2024 ohne Einsprüche – Marke ist seitdem uneingeschränkt geschützt
  • Design: Das Logo zeigt eine cartoonartige Söder-Illustration in traditioneller Dönermann-Pose vor rot-weißem Hintergrund

Politische Strategie und Hintergrund#

Söder pflegt seit Jahren die Inszenierung als “Döner-Fan” mit regelmäßigen Posts unter #söderisst auf Instagram und X (früher Twitter).

Ziel: Bürgernähe und Modernisierung des CSU-Images bei jüngeren Wählern.

Die Marke dient als Gag und Gesprächsthema, nicht als ernsthaftes Geschäftsmodell. Vergleichbar mit anderen Söder-Marken wie “So einfach geht SÖDER” (für Bier, Softdrinks).


Der CSU-Parteitag in Augsburg (12. Oktober 2024)#

Auf dem Parteitag wurde die Marke erstmals live umgesetzt:

  • Stand: Echter Döner-Imbiss aus Augsburg wurde als “Söder Kebab”-Partner gewonnen
  • Preis: 3 Euro pro Döner (subventioniert, regulärer Preis wäre höher)
  • Rezept: Putenfleisch, Salat, Tomaten, Schafskäse, Knoblauchsoße, Chilipulver – keine Zwiebeln, was zu Diskussionen führte
  • Söder selbst: Schnitt den ersten Döner an, trug dabei Schürze und Mütze mit dem Logo
  • Absatz: Mehrere Hundert Döner wurden an Parteitagsbesucher verkauft

Reaktionen und Kontroversen#

Branchenstimmen#

  • Döner-Branche: Verband der Dönerproduzenten Deutschland begrüßte die Aktion als “Anerkennung für den deutschen Döner”
  • Gastronomie-Kritik: Sternekoch Christian Bau nannte die Inszenierung “peinlich” und “geschmacklos”

Politische Kritik#

  • Opposition warf Söder Kommerzialisierung des Amtes vor – Nutzung politischer Reichweite für private Marken

Internet-Reaktionen#

  • Satire explodierte mit Memes und Parodien:
    • “Söder Kebab – jetzt auch mit extra viel Sauce und wenig Substanz”
    • “Make Döner great again”

Merchandise-Details (CSU-Fanshop)#

Produkt Preis
T-Shirt (100% Baumwolle) 19,99 €
Hoodie (Unisex, mit Kapuze) 35,99 €
Aufkleber-Set (5 Stück) 2,99 €
Button 1,99 €

Alle Produkte werden über den offiziellen CSU-Shop vertrieben. Einnahmen fließen laut CSU in die Parteikasse.


Die rechtliche Grauzone#

Es gibt erhebliche Kritikpunkte:

  1. Keine Trennung: Söder als Ministerpräsident und Privatperson werden nicht klar getrennt
  2. Markenrecht: Söder könnte theoretisch Dritte zur Lizenzierung zwingen – politisch brisant
  3. Transparenz: Keine öffentlichen Informationen zu Einnahmen oder Kosten der Markenregistrierung

Fazit#

Die “Kette” bleibt ein politisches Marketing-Instrument ohne Filialen oder Expansion. Die geschützte Marke ermöglicht Söder kontrollierte PR-Aktionen und Merchandise-Verkauf.

Eine echte gewerbliche Nutzung ist nicht geplant, würde aber rechtlich möglich sein.

Ob das Amt des Ministerpräsidenten und private Markenregistrierung zusammenpassen, muss jeder selbst entscheiden.


Bildnachweis: Söder beim Döner-Schneiden auf dem CSU-Parteitag 2024