Am 18. Februar 2023 postete Alexander Soros ein Foto auf Instagram und X. Es zeigt ihn gemeinsam mit Lars Klingbeil, damals SPD-Parteivorsitzender, heute Vizekanzler und Bundesfinanzminister der Bundesrepublik Deutschland.
„Good to catch up with @larsklingbeil, Leader of Germany’s Social Democratic Party. 🇩🇪 #MSC2023"
Der Ort: die Münchner Sicherheitskonferenz. Der Kontext: ein routinemäßiges Treffen unter Politikern und Stiftungschefs. Was das Foto nicht zeigt: den roten Faden, der von diesem Treffen in die Epstein-Akten führt.
Wer ist Alexander Soros? #
Alexander Soros, Jahrgang 1985, ist der Sohn des Milliardärs George Soros und seit 2023 Vorsitzender der Open Society Foundations (OSF) — eines der größten philanthropischen Netzwerke der Welt mit über 32 Milliarden US-Dollar an Zuwendungen seit 1984.

Soros’ Treffen mit Politikern sind kein Einzelfall. Sie sind ein Muster. Fox News dokumentierte, dass Alexander Soros zwischen Oktober 2021 und Dezember 2022 mindestens sechsmal das Weiße Haus besuchte. Er traf sich mindestens neunmal mit dem demokratischen Mehrheitsführer Chuck Schumer. Er postete Fotos mit Gavin Newsom bei der MSC 2026. Selbst innerhalb des Soros-Netzwerks gibt es Unbehagen über diese Posts — sie machen die Nähe zwischen Geld und Macht zu sichtbar.
351 Treffer in den Epstein-Akten #
Der Sicherheitsforscher Patrick Duggan hat 109.000 DOJ-Dokumente aus den Epstein-Ermittlungen indexiert und nach „Soros" durchsucht. Das Ergebnis: 351 Treffer.
Die meisten davon sind OCR-Artefakte oder Medienberichte. Aber nicht alle. Drei Dokumente stechen heraus:
Dokument 1: Der „Freund von Soros" #
EFTA00014715 — Interne E-Mail der SDNY (Southern District of New York)
Während des Ghislaine-Maxwell-Prozesses rief jemand bei der Staatsanwaltschaft an:
„Attached is a voice message from an individual claiming they have information about Ghislaine Maxwell and that they are a friend of George Soros."
Die Voicemail (.wav) ist in den DOJ-Akten erhalten. Ihr Inhalt wurde nie veröffentlicht. Die SDNY leitete den Hinweis an das FBI weiter.
Dokument 2: Peter Soros im schwarzen Buch #
Peter Soros — Georges Neffe — steht in Jeffrey Epsteins sogenanntem „Black Book", dem Adressbuch, das Epsteins Butler Alfredo Rodriguez der Polizei übergab. Peter Soros’ Name ist darin umkreist — eine Markierung, die Rodriguez für Personen verwendete, die er als besonders relevant einstufte. Mit mehreren Telefonnummern in New York und London.
Dokument 3: Epstein in Soros’ Orbit #
EFTA01334040-45 — Das Vanity-Fair-Profil von Vicky Ward aus dem Jahr 2003, das erstmals Epsteins Geheimnisse beleuchtete, platziert ihn explizit neben George Soros:
„Unlike such fund managers as George Soros and Stanley Druckenmiller, whose client lists and stock maneuverings act as their calling cards, Epstein keeps all his deals and clients secret."
Die Parallele war keine zufällige: Epstein wurde auf derselben Ebene wie Soros eingeordnet — als diskreter Vermögensverwalter für Milliardäre.
Soros-Geld in der deutschen Politik #
Die Verbindung zwischen den Open Society Foundations und der deutschen Politik ist keine Theorie. Sie ist dokumentiert.
2022 zahlte die OSF 268.837,87 Euro an Campact für „Demokratieprojekte". Das geht aus einer parlamentarischen Anfrage im EU-Parlament (E-001842/2024) hervor. Der Verdacht: Umgehung des deutschen Parteiengesetzes, das ausländische Spenden an Parteien verbietet.
Der Verfassungsrechtler Volker Boehme-Neßler von der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg bestätigte gegenüber Multipolar: Es bestehe der Verdacht, „dass der Verein Campact durch sein Handeln die strengen Regeln zur Parteispende umgeht". Campact unterstützt regelmäßig SPD-nahe Positionen in Wahlkämpfen.
Die Kette: Soros → Campact → HateAid #
Der Geldfluss lässt sich lückenlos nachvollziehen. Auf der Grants-Seite der Open Society Foundations steht der Zweck der Zahlung an Campact schwarz auf weiß: Unterstützung der Demokratie-Stiftung Campact zur Stärkung von HateAid — einer Organisation, die gegen Hassrede im Netz vorgeht.
Campact ist mit 33,32 Prozent Gesellschafter von HateAid, einer gemeinnützigen GmbH, die Campact 2018 selbst mitgegründet hat. Das OLG Hamburg bestätigte diese Beteiligung im April 2026.
HateAid wiederum erhielt seit 2021 rund 2,2 Millionen Euro aus dem damals Grünen-geführten Bundesfamilienministerium. Am 6. Februar 2026 reichte HateAid einen 4-seitigen Gesetzentwurf beim Bundesjustizministerium ein — dokumentiert im Lobbyregister des Bundestags. Am 19. März 2026 kündigte Justizministerin Hubig genau dieses Gesetz im Spiegel an.
2025 wurden HateAid-Gründerin Anna-Lena von Hodenberg und weitere Mitarbeiter von der Trump-Administration sanktioniert — wegen extraterritorialer Zensur.
Die Kette zusammengefasst: Soros-Stiftung finanziert Campact. Campact besitzt ein Drittel von HateAid. HateAid bekommt Millionen an Steuergeldern. HateAid schreibt Gesetzentwürfe, die Ministerien übernehmen. Die USA sanktionieren HateAid wegen Zensur.
Was das Foto zeigt — und was nicht #
Das Foto von der Münchner Sicherheitskonferenz zeigt zwei Männer, die beieinanderstehen. Das ist ein Fakt. Es zeigt keine Verschwörung, keine geheime Absprache, kein Verbrechen.
Was es zeigt, ist eine Verbindung. Zwischen dem Mann, der Deutschlands Finanzen verwaltet, und dem Erben eines Netzwerks, dessen Familienname 351 Mal in den Epstein-Akten auftaucht. Dessen Neffe umkreist in Epsteins schwarzem Buch steht. Dessen Stiftung unter Verdacht steht, über Umwege in deutsche Parteipolitik zu investieren.
Ob diese Verbindungen relevant sind, darüber kann man streiten. Dass sie existieren, ist dokumentiert. Dass sie in deutschen Medien kaum thematisiert werden, ist eine Entscheidung.
Quellen:
- Alexander Soros auf X: „Good to catch up with @larsklingbeil", 18.02.2023
- Alexander Soros auf Instagram: MSC2023-Foto mit Klingbeil
- tagesschau.de: Klingbeil soll Vizekanzler werden, 30.04.2025
- DugganUSA: The Soros Cluster — 351 Hits in the Epstein Files, 05.02.2026
- epsteinexposed.com: Peter Soros — Epstein Files Profile
- The Journal 425: Epstein’s Black Book — circled names
- EU-Parlament: Anfrage E-001842/2024 — Causa Campact, OSF-Zahlung 268.837 EUR
- Multipolar: Verschiedene rechtliche Einschätzungen zu Campact-Spenden
- Fox News: Alex Soros huddled with top Democrats, Juni 2023
- InfluenceWatch: Alexander Soros — Political Connections
- Open Society Foundations: Grants an Campact / HateAid
- OLG Hamburg: Campact 33,32% Gesellschafter von HateAid, April 2026
- NachDenkSeiten: Campact ist der größte Spender für die Grünen und die Linkspartei, Aug 2024
- elizaonsteroids.org: Täterparadies Deutschland — Der Fall Fernandes und das HateAid-Netzwerk
- NZZ: George Soros und die Medien: Warum so unkritisch?, Nov 2023