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Impfquoten-Vertrauenskrise: Wenn Daten nicht mehr zählen

Die Impfquote bei über 60-Jährigen für die Grippe-Impfung liegt laut RKI auf dem niedrigsten Stand seit 17 Jahren [1]. Die COVID-19-Impfquote in dieser Altersgruppe sank im Vergleich zur Vorsaison um mehr als ein Drittel [2]. Gleichzeitig zeigen Daten aus Dänemark, dass verschiedene BioNTech-Chargen unterschiedliche Nebenwirkungsraten aufwiesen — eine Studie, die das PEI als “nicht aussagekräftig” zurückwies, ohne eigene Daten vorzulegen [3].

Das ist kein Zufall. Das ist das Ergebnis eines systematischen Versagens.


Das PEI-Monitoring, das nie stattfand
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Tom Lausen hat es dokumentiert: Das Paul-Ehrlich-Institut sollte laut Infektionsschutzgesetz die Sicherheit der COVID-19-Impfstoffe mit Versorgungsdaten der Krankenkassen überwachen. Die Daten wurden nie ausgewertet [4]. Das Bundesgesundheitsministerium wusste seit Juli 2021 Bescheid. Passiert ist nichts.

Stattdessen: Spontanmeldesystem. Freiwillig. Untererfassung geschätzt bei 95% [5]. Keine aktive Surveillance. Keine Batch-Analysen. Keine systematische Nachverfolgung.

BioNTech kassierte 35 Milliarden Euro Umsatz zwischen 2021 und 2023 [6]. Die Haftung? Bei den Staaten. Bei den Ärzten. Bei den Bürgern.


Schmeling et al.: Batch-Variabilität ignoriert
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Die Studie von Schmeling et al. (2023) im European Journal of Clinical Investigation zeigte signifikante Unterschiede in den Adverse-Event-Reporting-Raten zwischen verschiedenen BioNTech-Chargen in Dänemark [7]. Größere Batches hatten niedrigere Melderaten — eine Beobachtung, die entweder auf Qualitätsprobleme oder auf systematische Untererfassung hindeutet.

Das PEI antwortete mit einer Stellungnahme: Die Studie sei “nicht aussagekräftig”, weil sie auf Spontanmeldungen basiere [8]. Richtig. Aber das PEI hat selbst keine Batch-Analysen mit Versorgungsdaten durchgeführt — obwohl es genau dafür zuständig gewesen wäre.

Die Frage bleibt: Wenn die dänischen Daten nicht aussagekräftig sind, warum gibt es keine deutschen Daten?


Myokarditis: Die Zahlen, die niemand hören wollte
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Das PEI hat bis Ende 2023 insgesamt 279 Verdachtsfälle von Myokarditis bei 12- bis 17-Jährigen nach mRNA-Impfung registriert [9]. Bei jungen Männern unter 30 Jahren liegt das Risiko laut verschiedenen Studien bei bis zu 1:3.000 [10].

Die Herzstiftung schreibt: “Die Prognose ist günstig” [11]. Das stimmt für die Akutphase. Aber was ist mit subklinischen Verläufen? Was ist mit Langzeitfolgen, die erst Jahre später sichtbar werden?

Das Problem: Subklinische Myokarditis wird oft nicht diagnostiziert — weil niemand danach sucht. Und ohne systematisches Monitoring wissen wir nicht, wie viele Fälle übersehen wurden.


Die Impfquoten-Krise: Vertrauen ist weg
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Die Zahlen sprechen für sich:

  • Grippe-Impfquote ≥60 Jahre: Tiefster Stand seit 17 Jahren [1]
  • COVID-19-Impfquote ≥60 Jahre: Rückgang um mehr als ein Drittel [2]
  • HPV-Impfquote Jugendliche: Stagniert auf mittlerem Niveau [12]

Die Bevölkerung hat das Vertrauen verloren. Nicht weil sie “wissenschaftsfeindlich” ist. Sondern weil die Behörden ihre Aufgaben nicht erfüllt haben.

Keine Daten. Keine Transparenz. Keine Rechenschaft.


Was jetzt passieren muss
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  1. Vollständige Offenlegung: Alle PEI-Daten zu Batch-Variabilität, Myokarditis-Fällen und Langzeitfolgen müssen öffentlich zugänglich gemacht werden.

  2. Unabhängige Untersuchung: Eine Kommission mit ordnungsgemäßer rechtlicher Befugnis muss das Versagen des PEI und des BMG untersuchen.

  3. Aktive Surveillance: Systematische Überwachung mit Versorgungsdaten — wie ursprünglich vorgesehen.

  4. Rechenschaftspflicht: Wer Milliarden verdient, muss auch haften. Die Haftungsklauseln in den EU-Verträgen müssen öffentlich gemacht werden.

  5. Behandlungsprotokolle: Für Impfgeschädigte müssen evidenzbasierte Behandlungsprotokolle entwickelt und finanziert werden.


Fazit
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Die Impfquoten-Krise ist keine Kommunikationskrise. Sie ist eine Vertrauenskrise. Und Vertrauen entsteht nicht durch Kampagnen, sondern durch Transparenz, Daten und Rechenschaft.

Solange das PEI keine eigenen Batch-Analysen vorlegt, solange das BMG keine Konsequenzen zieht, solange BioNTech keine Haftung übernimmt — solange wird das Vertrauen weiter sinken.

Und das ist nicht die Schuld der Bürger. Das ist die Schuld der Institutionen.


Quellen
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  1. RKI: Grippe-Impfquote über 60-Jähriger auf niedrigstem Stand seit 17 Jahren, ZEIT, Dezember 2025 — https://www.zeit.de/gesundheit/2025-12/robert-koch-institut-grippe-impfung-gxe
  2. DocCheck: COVID-19-Impfung — tödlicher Trend?, 2024 — https://www.doccheck.com/de/detail/articles/52693-covid-19-impfung-toedlicher-trend
  3. PEI: Statement zu Schmeling et al., August 2023 — https://www.pei.de/EN/newsroom/positions/covid-19-vaccines/statement-covid-19-vaccines-no-batch-specific-increases-suspected-side-effects.html
  4. Tom Lausen: BioNTech-Staatsversagen Impfsicherheit (siehe Blog-Archiv)
  5. Schätzung basierend auf internationalen Pharmakovigilanz-Studien
  6. BioNTech Geschäftsberichte 2021-2023
  7. Schmeling et al.: Batch-dependent safety of the BNT162b2 mRNA COVID-19 vaccine, European Journal of Clinical Investigation, 2023 — https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/eci.13998
  8. PEI: Stellungnahme zu Batch-spezifischen Häufungen, August 2023 — https://www.pei.de/SharedDocs/Downloads/EN/newsroom-en/positions/statement-no-batch-related-accumulation-covid-19-vaccines.pdf
  9. PEI: Bulletin zur Arzneimittelsicherheit, Dezember 2023 — https://www.pei.de/SharedDocs/Downloads/DE/newsroom/bulletin-arzneimittelsicherheit/einzelartikel/2023-mykke.pdf
  10. Herzstiftung: Myokarditis nach Corona-Impfung, 2024 — https://herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/coronavirus/myokarditis-nach-corona-impfung
  11. Ebd.
  12. RKI: Impfquoten in Deutschland, 2024 — https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Impfen/Impfquoten/impfquoten-node.html

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