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Earth Day, eine Stiftung, ein Schiff, ein Tweet: Wie Obama, Sick-Stiftung und Luisa Neubauer am 22. April 2026 zusammenfanden

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Was am 22. April 2026 zusätzlich passierte
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Der 22. April 2026 war ein voller Nachrichtentag. Wir haben ihn in einem eigenen Artikel bereits dokumentiert: Am Vormittag beschloss das Bundeskabinett die dritte anlasslose Vorratsdatenspeicherung mit erweitertem Geheimdienst-Zugriff. Verteidigungsminister Pistorius legte die erste formelle Militärstrategie der Bundesrepublik vor (Russland als Hauptbedrohung, Bundeswehr-Aufwuchs auf 460.000 Personen). Im EU-Rat ging das 20. Russland-Sanktionspaket plus 90-Mrd.-€-Ukraine-Kredit durch. Und der Spiegel veröffentlichte exklusiv die Klöckner-Signal-Phishing-Story, die rhetorisch genau auf das Bedrohungsbild einzahlte, das die ersten drei Entscheidungen erforderten.

In dasselbe Nachrichtenfenster postete Barack Obama auf X:

„The young people in our @ObamaFoundation Leaders program give me hope. One of those leaders, Luisa Neubauer, is working to fight climate change and recently traveled to Antarctica. This Earth Day, I hope you’ll check out her incredible story."

Dazu ein etwa 40 Sekunden langes Video.1 Es zeigt die deutsche Klimaaktivistin in dicker Polarjacke und Schwimmweste an Bord der Forschungssegelyacht Malizia Explorer in der Antarktis. Sie nennt die fossil befeuerte Klimakrise die „Mutter aller Krisen", warnt vor abgeschwächten Klimazielen, vor Klimaleugnung, vor Krieg und Hunger. Sie beschreibt die Antarktis als „place of hope", als „almost utopian in today’s world".

Die deutsche Berichterstattungs-Welle war erheblich: Berliner Zeitung, t-online, Stuttgarter Nachrichten, Tagesspiegel, Junge Freiheit, Apollo News, Abendzeitung, web.de — innerhalb eines Tages quer durchs Spektrum.2 Niemand stellte die naheliegende Frage nach der Pipeline.

Das machen wir jetzt.

Zwei Reisen, ein Schiff, zwei Träger
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Die Malizia Explorer ist eine 26-Meter-Aluminium-Forschungssegelyacht des Profi-Seglers Boris Herrmann (Vendée Globe, IMOCA-Klasse). Eigentümer und Operator: Team Malizia / Boris Herrmann Racing (Hamburg). Sie operiert unter monegassischer Flagge.3

Was im allgemeinen Berichterstattungs-Bild als „die Antarktis-Mission" erscheint, sind in Wahrheit zwei getrennte Etappen mit unterschiedlichen Trägern und Finanzierungen, die sich auf demselben Schiff stapeln:

Etappe 1 — Wissenschaft (18. November bis 7. Dezember 2025): Die Mission Antarctica / Danger Islands. Aufbruch von Ushuaia, Adélie-Pinguin-Kolonien-Vermessung, Rückkehr Ushuaia. Ohne Luisa Neubauer. Crew: Boris Herrmann plus AWI-Wissenschaftler:innen plus ThINK-Forscher:innen. Die Mission wurde vom Umweltbundesamt (UBA) ausgearbeitet und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) finanziert — als deutsch-amerikanische Initiative zur wissenschaftlichen Vorbereitung eines potenziellen Schutzgebiets.4 Ziel: „from science to political action" (Originalformulierung).

Etappe 2 — Kommunikation (Januar 2026, ca. 4 Wochen): Das „Globale Klassenzimmer" / Mission Antarctica Bildungs-Etappe. Mit Luisa Neubauer. Plus die französische Klimaaktivistin Camille Étienne, die brasilianische Seglerin Tamara Klink, eine AWI-Wissenschaftlerin (Lea Olivier), als „Ambassadors" Eckart von Hirschhausen und Tobias Krell („Checker Tobi"), dazu Medien-Co-Produktion mit ZDFheute (Carsten Behrendt), GEO (Andreas Wolfers) und National Geographic-Fotografin Esther Horvath. Drei Live-Schulstunden via Zoom 14.-16. Januar 2026, mehr als 1.000 angemeldete Lehrkräfte.

Träger und Finanzierung der Etappe 2 ist nicht das BMUV. Sie ist:5

  • Protect the Planet gGmbH (München)
  • gemeinsam mit der Dorothea-Laura-Janina Sick-Umweltstiftung — eine staatlich anerkannte Stiftung der Sick-Familie (Sensorik-Industrie/Stuttgart, Anerkennung durch die Regierung von Oberbayern 2022)

Das ist die saubere Differenzierung, die in keiner deutschen Berichterstattung gemacht wird: BMUV-Steuergeld trägt die Wissenschaftsmission, eine private Familienstiftung mittelständischer Industrie-Provenienz trägt die Kommunikations-Etappe mit Promi-Cast. Konkrete Kostensummen werden für keine der beiden Etappen offengelegt — geschätzt liegt eine vierwöchige Antarktis-Expedition mit dieser Crewstärke und Logistik im sechs- bis siebenstelligen Euro-Bereich.

Festzuhalten: Eine Mission, die offiziell als „Wissenschaft" auftritt, hat eine wissenschaftliche Vor-Etappe und eine PR/Bildungs-Hauptetappe — und die zweite ist die, die in den globalen Medienkanälen ausgespielt wird. Das war so geplant. Mehr als 1.000 Schulen waren vor der Reise angemeldet.

Die Aktivistin: Was Obama Foundation Leaders ist
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Das Obama Foundation Leaders Program wurde 2018 in Afrika gestartet, 2019 nach Asien-Pazifik erweitert, 2020 nach Europa, 2023 in den USA gestartet.6 Es ist ein sechsmonatiges vollständig virtuelles Programm für „emerging leaders" zwischen 24 und 45 Jahren — etwa 8 bis 12 Stunden pro Monat, regional gegliedert in Cohorts (35 Personen Europe-Cohort 2025-2026), mit Coaching, Workshops und Peer-Group-Sessions.

Wichtig für die Pipeline-Logik: Das Programm zahlt kein Stipendium, erhebt keine Gebühren und vergibt keine Projektmittel. Aus der offiziellen FAQ:

„Leaders will not be paid a stipend… incur no fees… Foundation does not provide financial support for participants’ work."7

Das Programm transferiert kein Geld. Es transferiert Prestige, Vernetzung und Markenkapital. Anschließend: lebenslange Mitgliedschaft im Obama Leadership Network mit über 1.500 Alumni. Das ist im Vokabular der Soft-Power-Forschung ein klassisches prestige-conferring statt resource-transferring Programm.

Luisa Neubauer war Teil des inauguralen Europe-Cohorts 2020 — als das Programm in Europa startete, im ersten Jahrgang überhaupt.8 Sie ist seit 2020 Obama Foundation Alumna.

Sie ist nicht die einzige deutsche Alumna. Im selben 2020-Cohort: Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Bayerischen Grünen im Landtag, Spitzenkandidatin 2018 — und übrigens schon 2008 Wahlkampf-Volunteerin für Obama in Michigan. Im 2022-Cohort: Delara Burkhardt (SPD-MdEP 2019-2024, Klima-Schwerpunkt) und Fridtjof Detzner (Mitgründer Jimdo, danach Planet-A-Ventures). Im 2024-Cohort: Benedikt Bösel (regenerative Landwirtschaft, Schloss Alt Madlitz). Im 2025-2026er-Cohort: zwei weitere deutsche Namen (Luise Ammerschuber, Malte Krüger).9

Das Pattern, das sich daraus ergibt: Die Obama Foundation rekrutiert Personen mit prä-existentem Profil in deutscher Politik (Grüne, SPD), Aktivismus, Tech-Wirtschaft und Agrar-Innovation. Karriere-Beschleunigung nach Programm-Teilnahme ist im Einzelfall nicht eindeutig nachweisbar (Schulze etwa hatte ihren Aufstieg davor) — der Hebel ist Sichtbarkeit nach US-Maßstäben, internationale Distributionszugang und ein lebenslanger Loyalitäts-Anker im US-Demokratisches-Establishment-Netzwerk.

Wer finanziert Obamas Foundation
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Die Obama Foundation hatte 2024 ein Bilanz-Vermögen von 1,11 Milliarden US-Dollar — Verfünffachung seit 2017.10 CEO Valerie Jarrett: 740.000 USD Vergütung 2024.

Top-Donors (öffentlich gelistet, Tier ≥1 Mio. USD):11

  • Foundations: Open Society Foundations (Soros), Bloomberg Philanthropies, Ford Foundation, Gates Foundation, MacArthur, Mellon, Knight, Hewlett, Skoll, Atlantic Philanthropies, Goldman Sachs Foundation, Google.org, Nike Foundation, Eli & Edythe Broad Foundation, Oprah Winfrey Foundation
  • Tech-Mega-Donors: Reid Hoffman (LinkedIn), Eric Schmidt, Marc Benioff, Sean Parker, Brian Chesky (Airbnb): 125 Mio. USD in 2022 — größter Einzelgeber, Jeff Bezos: 100 Mio. USD
  • Finance/Hedge: Kenneth Griffin (Citadel), Jim & Marilyn Simons (Renaissance Technologies), Penny Pritzker (Hyatt), John Doerr (Kleiner Perkins, Board)
  • Corporate: Microsoft, Bank of America, Boeing, Comcast NBCUniversal, Capital One, AT&T, FedEx, PepsiCo, United Airlines, Allstate

Die Foundation publiziert nur Tier-Ranges, keine exakten Beträge — von Chicago Sun-Times (Lynn Sweet) als bewusste Verschleierung kritisiert.

Wer dem deutschen Klimadiskurs an dieser Stelle die naheliegende Frage stellen will — welche dieser US-Donors-Konstellationen positioniert deutsche Klima-Aktivistinnen wozu? — kommt mit den verfügbaren Tier-Ranges nicht weiter. Das ist der Punkt.

Die deutsche FFF-Trägerstruktur — eingestufige Konstruktion
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Wer Geld an Fridays for Future Deutschland spendet, spendet an „Alle fürs Klima e.V." — gegründet im Juni 2021.12 Der Verein verwaltet ausschließlich Geld für Demo-Materialien und Infrastruktur, nicht für Gehälter. Mitglieder sind „private Solidaritäts-Unterstützer", die nicht selbst aktiv in der Bewegung sein dürfen — explizit konstruiert, um Einflussnahme auf interne Entscheidungen zu verhindern. Auf dem Papier. Der Verein ist nicht als gemeinnützig anerkannt, stellt also keine Spendenbescheinigungen aus.

Vergleich: Die Letzte-Generation-Trägerstruktur (Wandelbündnis e.V. → KUEÖ gGmbH → elinor Treuhand, siehe Strukturanalyse Teil 6) ist dreistufig mit gemeinnützigem Anker. Die FFF-Konstruktion ist eingestufig ohne gemeinnützigen Anker. Beide haben den gleichen funktionalen Effekt: organisatorische Trennung zwischen Aktivismus-Marke und Geld-Apparat, Personen-Verantwortung wird verwischt, Auslandsfinanzierung läuft ohne öffentliche Pflicht zur späteren Verwendungs-Aufklärung.

Neubauer selbst bezieht laut eigener Auskunft kein Gehalt von FFF und finanziert sich über Vortrags- und Panel-Honorare, Buchverträge, journalistische Beiträge und Podcast-Projekte.13 Das ist nachvollziehbar. Es klärt aber nicht, wer die vier Antarktis-Wochen, die Reisekosten, das mediale Co-Produkt und die Earth-Day-Verstärker-Reichweite finanziell trägt.

Earth-Day-Synchronisation
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Ein 40-Sekunden-Video, gepostet am 22. April 2026 von einem ehemaligen US-Präsidenten, mit einer durch deutsche Familienstiftung kofinanzierten Bildungs-Etappe als Bühne und einer Foundation-Alumna als Erzählerin: Das ist keine spontane Earth-Day-Geste.

Das ist ein synchronisiertes Distributionsereignis.

Es fällt auf den Tag, an dem die deutsche Bundesregierung sicherheitspolitisch eine Zeitenwende vollzieht (Pistorius-Militärstrategie), grundrechtspolitisch eine Verfassungs-Präzedenz reaktiviert (dritte VDS), bündnispolitisch das größte Sanktionspaket seit Kriegsbeginn beschließt (EU-Rat) und medienöffentlich ein Bedrohungsbild ausspielt (Klöckner-Schlagzeile). Vier sicherheits- und überwachungspolitische Weichenstellungen — und ein Earth-Day-Hoffnungs-Video aus der Antarktis, gepostet vom transatlantischen progressiven Schirmherrn als rhetorische Begleitmusik.

Die deutsche Berichterstattung übernimmt das Hoffnungs-Video, ohne den Tag zu kontextualisieren. Berliner Zeitung („aktivistischer Elfenbeinturm" — die einzige scharfe Linke-Kritik), taz (kritisch zur „leicht überspitzten Positivität" statt Krisenklarheit), die Mainstream-Outlets affirmativ, die Junge Freiheit/Apollo News/Tichys Einblick mit der erwartbaren Klassen-Heuchelei-Kritik. Niemand zieht die Linie zwischen Earth-Day-Video und VDS-Kabinettsbeschluss desselben Tages.

Vorgeschichte: Greta 2019, gleiches Schiff-Familie
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Es gibt einen Präzedenzfall, an dem dasselbe Ensemble (Skipper, Boots-Familie, Inszenierungs-Logik) bereits vorgeführt hat, wie das Format funktioniert:

Atlantik-Segeltörn Greta Thunberg 2019, IMOCA Malizia II, Skipper Boris Herrmann (gemeinsam mit Pierre Casiraghi/Yacht Club de Monaco). Greta segelt über den Atlantik, um „nicht zu fliegen" — die Crew muss aber zurückgeflogen werden, was die CO2-Bilanz nachträglich aushebelte. Damals großes Medien-Echo, sowohl positiv als auch kritisch (Tagesspiegel dokumentierte die Crew-Rückflug-Diskussion).14 Anschließend: Obama empfing Greta in seinem Foundation-Office in Washington, posierte mit ihr für Fotos, postete sie als „one of our planet’s greatest advocates".15

Das Schiff hat den Skipper gewechselt, das Format nicht. Sechs Jahre später wiederholt sich das Muster mit Neubauer, einem anderen Segelboot derselben Familie und einer anderen Earth-Day-Kommunikation desselben US-Ex-Präsidenten.

Das ist kein Vorwurf an Boris Herrmann. Das ist eine Beobachtung über Inszenierungs-Architektur.

Die Verschiebungs-Dynamik
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Die strukturelle Beobachtung ist diese:

Ein deutsches Bundesministerium (BMUV) finanziert eine Wissenschafts-Etappe als deutsch-amerikanische Klima-Diplomatie. Diese Etappe schafft die Logistik (Schiff in der Antarktis, Wissenschafts-Reputations-Anker). Eine private Familien-Stiftung (Sick) plus eine NGO (Protect the Planet gGmbH) übernehmen anschließend dasselbe Schiff für eine Kommunikations-Etappe mit Promi-Cast. Eine deutsche Foundation-Alumna eines US-Programms (Obama Foundation Leaders 2020) ist Hauptgesicht dieser zweiten Etappe. Ein US-Ex-Präsident postet sechs Wochen später am Earth Day ein 40-Sekunden-Video davon — am Tag der größten sicherheits- und überwachungspolitischen Weichenstellungen der jungen Merz-Regierung.

Steuergeld-finanziert wurde der wissenschaftliche Vorlauf. Stiftungs-finanziert wurde die Bühne. Verstärkt wurde Foundation-Soft-Power. Übergangen wurde, in welcher ungeprüften Allianz aus Bundespolitik, Familienstiftung, NGO, Profi-Segel-Team, ÖR-Medien und US-Foundation das passierte.

Das ist nicht „Greenwashing". Greenwashing wäre, wenn ein fossiles Unternehmen ein grünes Label kaufte. Hier kauft eine US-Foundation keinen Klimaschutz — sie nutzt eine durch deutsche Steuer- und Stiftungs-Gelder ermöglichte Wissenschafts-Bildungs-Mission, um eine deutsche Aktivistin als ihre Alumna im globalen Earth-Day-Slot zu rebranden. Das ist nicht Greenwashing. Das ist Pipeline-Branding. Es funktioniert, weil weder die deutsche Politik noch die deutsche Presse die Verschiebung der Definitionsmacht thematisiert.

Schluss: Wer gewinnt, wer verliert
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Gewinner:

  • Obama Foundation — Earth-Day-Coup. Eine ihrer Alumnae auf einem deutschen Forschungsschiff in der Antarktis, kostenlose globale Reichweite über deutsche Mainstream-Presse, fremdfinanziertes US-Foundation-Sponsoring zum Nulltarif. Donor-Liste lacht: Soros, Bloomberg, Ford, Gates, Hewlett, Chesky, Bezos, Griffin, Pritzker.

  • Boris Herrmann / Team Malizia — wissenschaftliche und politische Sichtbarkeit für ein Profi-Segel-Team mit Sponsoren-Mix Privatbank/Versicherung/Reederei/Big-4. Das BMUV-finanzierte Wissenschafts-Mandat veredelt das Sponsorings-Asset, der Earth-Day-Tweet veredelt es zusätzlich.

  • Sick-Umweltstiftung / Protect the Planet gGmbH — Erstkontakt zu globalem Earth-Day-Reichweiten-Slot eines US-Ex-Präsidenten. Marken-Aufwertung einer mittelständischen Familienstiftung, die ohne dieses Vehikel international kaum sichtbar wäre.

  • Luisa Neubauer — internationale Reichweite weit über die deutsche Klima-Bewegung hinaus, Verlängerung ihres Marken-Status um den US-präsidialen Hoffnungs-Stempel.

  • Sicherheits- und überwachungspolitische Bundespolitik — Earth-Day-Hoffnungs-Geschichte überlagert in der Berichterstattung dezent die Kabinettsbeschlüsse desselben Tages.

Verlierer:

  • Die deutsche Wissenschaftspolitik-Rechenschaft — eine BMUV-finanzierte Forschungs-Vorbereitung wird zur Bühne für eine darauffolgende stiftungs-finanzierte PR-Etappe ohne dass Bundestag, Wissenschaftsrat oder Umweltausschuss diese Übergangs-Logik öffentlich verhandelt.

  • Die deutsche Klima-Bewegung selbst — solange ihr prominentestes Gesicht als US-Foundation-Alumna gerahmt wird, ist sie genau das, was ihr ihre Kritiker seit 2019 vorwerfen: organisatorisch nicht autonom. Diese Rahmung kommt vom Schirmherrn selbst — und sie kommt nicht ohne Vorgeschichte: dieselbe Inszenierungs-Architektur lief schon mit Greta Thunberg auf einem Schiff derselben Familie sechs Jahre vorher.

  • Die Souveränitätsfrage deutscher Klimapolitik — wenn die transatlantische Definitionsmacht in personellen Pipeline-Loyalitäten verlegt wird (Schulze 2008/2020, Neubauer 2020, Burkhardt 2022, Detzner 2022, Bösel 2024 — sechs Jahrgänge, mindestens neun deutsche Alumni), dann wird deutsche Klima-, Energie- und Verkehrspolitik Schritt für Schritt aus den Souveränitäts-Zonen herausgewunken, ohne dass jemand das offen vorgeschlagen hätte.

Eine Mission. Zwei Etappen. Zwei Träger. Ein Schiff. Ein Tweet. Vierzig Sekunden Video. Und die Verschiebungs-Dynamik tut ihre Arbeit, während alle das Hoffnungs-Wort wiederholen.

Wir wiederholen es nicht.


Quellen
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  1. Apollo News, 23.04.2026 — https://apollo-news.net/obama-leaders-frueherer-us-praesident-teilt-luisa-neubauers-warnung-vor-der-mutter-aller-krisen/ ↩︎

  2. Berliner Zeitung, 23.04.2026 — https://www.berliner-zeitung.de/article/lob-vom-frueheren-us-praesidenten-obama-wuerdigt-klimaaktivistin-luisa-neubauer-zum-earth-day-10032225 ; t-online, 23.04.2026 — https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/internationale-politik/id_101225176/ ; Tagesspiegel — https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/beeindruckende-geschichte-obama-lobt-klimaaktivistin-neubauer-als-hoffnungsspenderin-15512646.html ; SegelReporter (mit Leser-Kritik) — https://segelreporter.com/panorama/umwelt-luisa-neubauer-nach-malizia-expedition-von-barak-obama-gewuerdigt/ ↩︎

  3. Team Malizia — https://www.team-malizia.com/ ; Malizia Explorer — https://www.malizia-explorer.com/ ; Yacht-Magazin Profil — https://www.yacht.de/en/special/people/boris-herrmann-on-a-dangerous-mission-with-the-malizia-explorer/ ↩︎

  4. ZDFheute / Wissen — https://www.zdfheute.de/wissen/antarktis-schutz-mission-abschluss-forschung-100.html ; Umweltbundesamt-Pressemitteilung „Neues Schutzgebiet Danger Islands" — https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/neues-schutzgebiet-danger-islands-in-der-antarktis ; Team-Malizia-Press-Release zur Mission — https://www.team-malizia.com/press-releases/boris-herrmann-and-malizia-explorer-set-sail-on-scientific-mission-to-the-danger-islands-antarctica ↩︎

  5. Protect the Planet gGmbH — Live in die Antarktis mit Luisa Neubauer — https://www.protect-the-planet.de/live-in-die-antarktis-mit-luisa-neubauer/ ; Mission Antarctica / Globales Klassenzimmer — https://mission-antarctica.de/ ; Regierung Oberbayern, Anerkennungsbescheid Sick-Umweltstiftung 2022 — https://www.regierung.oberbayern.bayern.de/mam/dokumente/presse/pm-pdf/2022/22-10-27_pm089_12.1_dorothea-laura-janina-sick-umweltstiftung.pdf ↩︎

  6. Obama Foundation, Leaders-Programm-Übersicht — https://www.obama.org/programs/leaders/ ; Leaders Europe — https://www.obama.org/programs/leaders/europe/ ↩︎

  7. Obama Foundation Leaders Europe FAQ — https://www.obama.org/programs/leaders/europe/faq/ ; Leaders USA FAQ — https://www.obama.org/programs/leaders/usa/faq/ ↩︎

  8. Obama Foundation, Leaders Europe 2020-Cohort, Bio Luisa Neubauer — https://www.obama.org/programs/leaders/europe/2020/luisa-neubauer/ ↩︎

  9. Obama Foundation Cohort-Listen 2020-2025/26 — Leaders Europe 2020 (https://www.obama.org/programs/leaders/europe/2020/), 2022 (https://www.obama.org/programs/leaders/europe/2022/), 2023 (https://www.obama.org/programs/leaders/europe/2023/), 2024-2025 (https://www.obama.org/programs/leaders/europe/2024-2025/), 2025-2026 (https://www.obama.org/programs/leaders/europe/2025-2026/) ; Bio Katharina Schulze — https://www.obama.org/programs/leaders/europe/2020/katharina-schulze/ ↩︎

  10. ProPublica Nonprofit Explorer, Barack Obama Foundation (EIN 46-4950751) — https://projects.propublica.org/nonprofits/organizations/464950751 ↩︎

  11. Obama Foundation, Donor-Liste — https://www.obama.org/about/contributors/ ; Chicago Sun-Times zur Tier-Range-Verschleierung und 2022-Mega-Donors Chesky/Bezos — https://chicago.suntimes.com/columnists/2023/8/8/23825036/obama-foundation-fueled-by-two-mega-donors-has-record-fundraising-year-in-2022 ; InfluenceWatch-Profil — https://www.influencewatch.org/non-profit/obama-foundation/ ↩︎

  12. Fridays for Future Deutschland — Spenden-Seite — https://fridaysforfuture.de/spenden/ ; betterplace.org-Profil „Alle fürs Klima" — https://www.betterplace.org/de/projects/70294-allefuersklima ↩︎

  13. Wikipedia, Luisa Neubauer (Einkommens-Selbstauskunft) — https://en.wikipedia.org/wiki/Luisa_Neubauer ↩︎

  14. Tagesspiegel, Greta-Segeltörn-CO2-Diskussion 2019 — https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/greta-thunberg-auf-see-ist-der-segeltoern-klimaschaedlicher-als-ein-flug/24907212.html ; Wikipedia, Transatlantic voyages of Greta Thunberg — https://en.wikipedia.org/wiki/Transatlantic_voyages_of_Greta_Thunberg ↩︎

  15. Obama Foundation — Obama meets Greta Thunberg — https://www.obama.org/stories/president-obama-greta-thunberg/ ↩︎

Medienkritik - Dieser Artikel ist Teil einer Serie.
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