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Amadeu Antonio Stiftung: Geld, Geheimdienst, Geschichte — die Strukturanalyse

Inhaltsverzeichnis
Medienkritik - Dieser Artikel ist Teil einer Serie.
Teil : Dieser Artikel

Hinweis zur Methodik. Dieser Text stützt sich auf primäre Bundestags-Drucksachen, das Stiftungsregister, die AAS-Webseite und das öffentlich zugängliche Material zur Stasi-IM-Vergangenheit der Gründerin. Wo Beträge nur sekundärbelegt sind, ist das gekennzeichnet. Die Stiftung leistet Arbeit gegen Rechtsextremismus, die unbestreitbar einen gesellschaftlichen Bedarf adressiert. Es geht hier nicht darum, ihr die Existenzberechtigung abzusprechen — es geht darum zu zeigen, was die Stiftung bei der Selbstdarstellung als „zivilgesellschaftlicher" Akteur systematisch nicht zeigt.

Die Amadeu Antonio Stiftung ist keine zivilgesellschaftliche Initiative. Sie ist ein Knoten in einem Geflecht aus Bundeszuwendungen, parteinahem Aufsichtsgremium, einer Gründerin mit dokumentierter Stasi-IM-Vergangenheit, einem aktiven Inlandsgeheimdienstchef im Stiftungsrat und einer Drehtür, die direkt aus dem Förderministerium in das Aufsichtsgremium der Empfänger-Stiftung führt. Die Geld-Säulen sind zu mehr als 60 Prozent staatlich. Die Selbstbeschreibung „aus der Zivilgesellschaft" trägt die Zahlen nicht.

Dieser Text setzt die Bausteine zusammen.


1. Die Geld-Säulen — 4 Mio € allein vom Bund im Jahr 2024
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Auf eine Schriftliche Frage der AfD-Abgeordneten Birgit Bessin antwortete Parlamentarischer Staatssekretär Michael Brand am 4. November 2025 (Drucksache 21/2665, Frage 109) [1]:

„Die Amadeu Antonio Stiftung hat im Haushaltsjahr 2024 aus dem damaligen Bundesministerium des Innern und für Heimat 1.095.898,13 Euro, aus dem damaligen Bundesministerium für Bildung und Forschung 634.085,00 Euro sowie aus dem damaligen Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 1.224.833,62 Euro an finanziellen Zuwendungen erhalten. Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, zugleich die Beauftragte der Bundesregierung für Antirassismus hat die Projektarbeit der Amadeu Antonio Stiftung im Haushaltsjahr 2024 in Höhe von rund 1.067.000,00 Euro gefördert."

Macht in Summe — allein aus diesen vier Bundesquellen, allein im Jahr 2024 — 4.021.816,75 €.

Quelle Ressort Betrag 2024
BMI Bundesinnenministerium 1.095.898,13 €
BMBF Bundesbildungsministerium 634.085,00 €
BMFSFJ Bundesfamilienministerium 1.224.833,62 €
Antirassismus-Beauftragte (Alabali-Radovan) Bundesregierung ~1.067.000,00 €
Summe Bund 2024 4.021.816,75 €

Hinzu kommen Landesförderung (Berlin, Brandenburg, Sachsen, Thüringen u.a.), EU-Mittel und Kommunalförderung — die in der Bessin-Frage nicht abgefragt wurden. Tichys Einblick rechnet für 2024 die Gesamtförderung aus Bund und Ländern auf rund 7,35 Mio € hoch [2] — diese Zahl ist Sekundärquelle, kein primärer Drucksachen-Beleg.

Die Folge-Anfrage Drucksache 21/3498 der Abgeordneten Bessin u.a. vom 6. Januar 2026 [3] fragt mittlerweile nach der vollständigen Aufstellung seit 2015 — Bund, Länder, EU, kategorisiert nach Personalkosten, Werbung, Veranstaltungen, Sachkosten. Eine Antwort der Bundesregierung lag zum Stand 23. April 2026 noch nicht vor.

Die Demokratie-leben!-Linie
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Aus Drucksache 20/5213 der AfD-Anfrage vom 17. Januar 2023 [4]: AAS erhielt allein aus dem BMFSFJ-Programm „Demokratie leben!" zwischen 2020 und 2022 1.239.884,30 € (Berechnung der Fragesteller auf Basis der öffentlichen Projektdatenbank). „Demokratie leben!" ist seit Jahren die zentrale Bundesförderlinie für Anti-Rechts-Arbeit, BMFSFJ ist das Hauptkontaktministerium der AAS.

Die Spendenrealität
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Die AAS präsentiert sich auf ihrer Webseite als „aus der Zivilgesellschaft getragen". Die Zahlen aus dem eigenen Tätigkeitsbericht 2022 zeigen ein anderes Bild [5]:

  • Jahresbudget 2022: 8.239.654 €
  • Davon Spenden 2022: „gut 1,8 Millionen €" (AAS-Eigenangabe) — also rund 22 % des Jahresbudgets
  • Mitarbeiter: 142

Die Wikipedia-Auswertung der Jahresabschlüsse 2023 zeigt die Verteilung noch deutlicher [6]:

  • Gesamteinnahmen 2023: 9,645 Mio €
  • Davon staatliche Zuschüsse: 6,055 Mio € (= 62,8 %)
  • Davon Spenden: 2,508 Mio € (= 26,0 %)
  • Davon private Stiftungen/Institutionen: 0,902 Mio € (= 9,4 %)

Die rechnerische Realität: Die Stiftung ist mehrheitlich staatlich finanziert. Die Selbstdarstellung als „zivilgesellschaftlicher" Akteur ist sprachlich nicht falsch (privatrechtliche Trägerschaft), aber ökonomisch irreführend.

Private Stiftungen und Sonderbeziehungen
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  • Open Society Foundations (Soros): Gemeinsame Initiative „Engagierte stärken! Ostdeutschland für demokratische Kultur" 2020–2021, 8 geförderte Projekte aus dem AAS-Tätigkeitsbericht 2022 belegt [5]. Konkrete OSF-Grant-Summe an die AAS direkt: nicht primärbelegt; mehrere Sekundärquellen nennen rund 500.000 € für die gemeinsame Initiative.
  • Freudenberg Stiftung: Unterstützer „seit Gründung der Stiftung" (AAS-Partnerseite). Tätigkeitsbericht 2022: kofinanziert „im Rahmen einer institutionellen Förderung". Strukturell tief eingebunden — laut AAS-Satzung § 12 Absatz 3 ist die Freudenberg Stiftung Auflösungsbegünstigte: Sollte die AAS einmal aufgelöst werden, fließt das Vermögen an Freudenberg [7].
  • Demokratie-Stiftung Campact: Im Lobbyregister 2024 mit 570.001–580.000 € als „private Donation"-Geber an AAS gelistet — gleichzeitig Empfängerin gemeinsamer Kampagnen-Mittel mit AAS (z.B. Landtagswahl-Fonds Sachsen/Brandenburg/Thüringen 2019).
  • gut.org gAG (Betterplace): 840.001–850.000 € (Lobbyregister 2024).
  • Stern (Magazin): „Über 1,3 Mio € seit 2007" laut AAS-Partnerliste — eine Recherche-Plattform-Stiftungs-Direkt­finanzierung, die im deutschen Medienraum ungewöhnlich ist.
  • Dreilinden gGmbH: finanzierte Aufbau Monitoring zu Antifeminismus (Tätigkeitsbericht 2022).
  • Alfred-Landecker Stiftung: IDZ-Projektförderung. Hintergrund, der hier nicht übergangen werden darf: Die Stiftung wurde im Juni 2019 von der Reimann-Unternehmerdynastie (JAB Holding — Coty, Krispy Kreme, Pret a Manger, Calgon, Persil) gegründet — direkt nach der Bild-am-Sonntag-Enthüllung vom März 2019, dass die Firmen­patriarchen Albert Reimann sen. und jun. NSDAP-Mitglieder und SS-Spender ab 1931 waren und in ihren Werken in Ludwigshafen Zwangsarbeiterinnen physisch und sexuell misshandeln ließen [14][15]. Die Stiftung ist benannt nach Alfred Landecker, einem jüdischen Geschäftspartner der Reimanns, der im Holocaust ermordet wurde. Sie wird mit 25 Mio € pro Jahr aus Reimann-Vermögen ausgestattet und finanziert Holocaust-Bildung und „Förderung der Demokratie". Die strukturelle Verschiebung ist bemerkenswert: NS-Profiteur-Erben definieren über die Förderung des AAS-IDZ heute mit, was als „rechts" gilt — und kaufen sich mit demselben Geld moralische Reinheit gegen die eigene Familienvergangenheit.

Plattform-Kooperationen
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  • Facebook/Meta: seit 2015 Teil der „Task Force gegen Hate-Content" des damaligen Bundesjustizministers Maas; ab 2016 Partner der Facebook-Initiative „Online Civil Courage Initiative". Konkrete Vergütungssumme: nicht öffentlich.
  • AAS-Projekt „debate//de:hate": Beratung für Plattformen, Monitoring von Hate Speech. Verbindung zu HateAid (siehe unten).

2. Anetta Kahane: IM „Victoria"
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Die AAS-Gründerin und langjährige Vorstandsvorsitzende Anetta Kahane war nachweislich Inoffizielle Mitarbeiterin (IM) des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR. Die Akten sind im Stasi-Unterlagen-Archiv (vormals BStU, seit 2021 dem Bundesarchiv zugeordnet) öffentlich einsehbar [8].

Eckdaten der IM-Tätigkeit (Quelle: BStU-Akten AIM 613/82, dokumentiert u.a. von Hubertus Knabe, ehemaliger Direktor der Gedenkstätte Hohenschönhausen):

  • Deckname: „Victoria"
  • Anwerbedatum: Juni 1974, Kahane war 19 Jahre alt
  • Anwerbeoffizier: Heinz Mölneck, Stasi-Kreisdienststelle Frankfurt (Oder), Abteilung II/3
  • Anwerbegrundlage: „auf politisch-ideologischer Grundlage", ohne Nötigung oder kompromittierendes Material (Stasi-Experte Helmut Müller-Enbergs)
  • Beendigung: März 1982 durch Kahane selbst
  • Aktenumfang: ca. 800 Seiten, davon ca. 400 Seiten durch BStU für Forschungszwecke freigegeben
  • Anzahl der Berichte: über 70 Treffberichte und schriftliche Mitteilungen
  • Berichtsinhalte: Diplomaten verschiedener Nationen (u.a. dreiseitiger Bericht über den peruanischen Botschafter, September 1976), chilenische Emigranten, Westberliner Journalisten, DDR-Bürger mit „feindlicher Haltung", private Details aus Hochzeiten und Feiern, Informationen zur potenziellen Weiterverwendung für neue Stasi-Anwerbungen

Wörtliches Zitat aus der handschriftlichen Verpflichtungserklärung [8]:

„Ich erkläre mich bereit, mit dem Ministerium für Staatssicherheit freiwillig zusammenzuarbeiten. Ich verpflichte mich, über diese Verbindung zu niemandem zu sprechen. Aus Sicherheitsgründen wähle ich den Decknamen Victoria."

Materielle Vergünstigungen: Kaffee, Schnaps, Zigaretten, Kuchen bei Treffen, ein Goldfüller als Geschenk, 200 Mark Prämie. 1978 Bestätigung als „Reisekader" — was ihr Auslandseinsätze als Dolmetscherin ermöglichte.

Kahanes eigene Position
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Kahane bestreitet, durch ihre Berichte Schaden angerichtet zu haben. Ihr Anwalt erklärte nach einem Focus-Bericht von Hubertus Knabe im Dezember 2016, sie habe „vor 2002 wiederholt auf die IM-Tätigkeit hingewiesen" [9]. In ihrer eigenen Selbstdarstellung betont sie die „Freiwilligkeit" der Mitarbeit und stellt sich teilweise als jugendliche Idealistin dar, die mit der Realität der Berichte nichts Folgenschweres bewirkt habe.

Gegen kritische Berichterstattung über die IM-Tätigkeit ging Kahane juristisch vor — unter anderem 2017 vor dem Landgericht Hamburg (Az. 324 O 217/17). Die AAS hat das von Müller-Enbergs erstellte Gutachten als „unabhängiges Gutachten" präsentiert, was insofern problematisch ist, als das Gutachten von Kahane selbst in Auftrag gegeben und ihm selektive Aktenauszüge vorgelegt wurden. Die Anonymisierungspflicht des Bundesarchivs verhindert eine Gegenprüfung, ob die von Kahane Bespitzelten in der Folge tatsächlich keine Nachteile erlitten haben.

Aktueller Status
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Kahane trat zum 1. April 2022 nach knapp 25 Jahren als Vorstandsvorsitzende zurück. Sie bleibt der Stiftung „als Gründerin und Publizistin" verbunden, ohne formales Amt [10]. Der Übergang wurde von der Stiftung als „Generationenwechsel" kommuniziert, in der medialen Wahrnehmung erschien er auch als Reaktion auf die fortlaufende Debatte um die IM-Vergangenheit.


3. Der Stiftungsrat — wer entscheidet
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Der Stiftungsrat ist das oberste Aufsichtsgremium der AAS. Aktuelle Mitglieder (Stand AAS-Webseite, 2026) [11]:

Name Hauptfunktion Bemerkenswertes
Christine Hohmann-Dennhardt Vorsitzende; ehem. BVerfG-Richterin, danach Daimler AG hochkarätige juristisch-konzernähnliche Anbindung
Beate Küpper Stellv. Vorsitzende; Professorin Soziale Arbeit akademische Repräsentation
Ralf Kleindiek Jurist; 2014–2018 Staatssekretär BMFSFJ Drehtür: war federführend für Demokratie-leben!-Programm, das AAS finanziert
Stephan J. Kramer Präsident Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz seit 2015 aktiver Geheimdienstchef im Aufsichtsgremium einer staatlich finanzierten Stiftung
Sergey Lagodinsky Mitglied des Europäischen Parlaments (Bündnis 90/Die Grünen) aktiver EU-Parlamentarier einer Partei im Stiftungsrat
Uta Leichsenring ehem. Direktorin Stasi-Unterlagenbehörde Halle, ehem. Polizeidirektorin DDR-Aufarbeitungs-Hintergrund
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger Juristin; 2× Bundesjustizministerin (FDP); Antisemitismus-Beauftragte NRW 2018–2024 überparteiliche Einbettung
Shahrzad Eden Osterer Journalistin/Moderatorin Bayerischer Rundfunk öffentlich-rechtliche Vertretung
Patrice G. Poutrus Zeithistoriker, Migrationsforschung akademische Einbettung

Zwei strukturell brisante Mitgliedschaften
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Stephan J. Kramer ist seit 2015 Präsident des Thüringer Landesamtes für Verfassungsschutz — ein aktiver Inlandsgeheimdienstchef sitzt im Aufsichtsgremium einer staatlich mit Millionen geförderten Stiftung, die wiederum Hate-Speech-Monitoring betreibt, eine „Meldestelle Antifeminismus" unterhält und „Belltower.News" als Watchdog-Magazin betreibt. Das ist nicht informelle Kooperation wie bei der Correctiv-BfV-Konferenz 2023 — das ist personelle Verschmelzung von Geheimdienst und „Zivilgesellschaft" in einem einzigen Gremium. Kramer selbst hat den Vorwurf institutioneller Kooperation zurückgewiesen [12]; die strukturelle Tatsache bleibt.

Ralf Kleindiek war 2014–2018 Staatssekretär im Bundesfamilienministerium — also exakt in der Periode, in der „Demokratie leben!" als zentrales Förderinstrument für Anti-Rechts-Arbeit aufgebaut und verstetigt wurde. Heute sitzt er im Stiftungsrat der Hauptempfängerin dieses Programms. Das ist die klassische Drehtür: vom Vergeber in den Aufsichtsrat des Empfängers. Eine ähnliche Konstellation wäre in der Bauwirtschaft compliance-rechtlich nicht zulässig.


4. Operative Tochter-Strukturen
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Die AAS ist nicht eine Stiftung, sondern ein Verbund aus Initiativen und Tochter-Strukturen, die jeweils eigene Förderströme abzapfen:

  • Belltower.News — Online-Magazin der AAS (vormals „Netz gegen Nazis", 2007–2014 Kooperation mit Die Zeit Online). Berichtet als „Watchdog" über Rechtsextremismus, finanziert aus den gleichen Töpfen wie die Mutterstiftung. Redaktionsleitung Simone Rafael.
  • debate//de:hate — Beratung für Plattformen + Hate-Speech-Monitoring. Schnittstelle zu Meta/Facebook und HateAid.
  • Meldestelle Antifeminismus — 2023 gestartet, Verbundprojekt mit Bundesförderung („Demokratie leben!"). 2023 publik gewordene Kontroverse: Meldungen erfassen auch Aussagen, die juristisch nicht strafbar sind — also ein Gesinnungs-Register in privater Trägerschaft mit staatlicher Mitfinanzierung.
  • Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) — Forschungsinstitut der AAS in Jena, kofinanziert von Bund, Land Thüringen und Stadt Jena.
  • CURA — Opferfonds für Betroffene rechtsextremer Gewalt. 2022 laut Tätigkeitsbericht 271 Fälle bearbeitet.
  • Good Gaming — Well Played Democracy — Bildungsprojekt für die Gaming-Community. Geriet 2023 in eine Bundestags-Kleine-Anfrage (Drucksache 20/5213) wegen eines Mitarbeiters mit dokumentiertem österreichischen LG-Urteil zur linksextremen Zuordnung.
  • Civic.net / civic.academy — Bildungs- und Vernetzungsplattform.

Netzwerk-Knoten zu anderen NGOs
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Die AAS ist nicht solo, sie ist Teil eines Verbundes. Operative Allianzen mit:

  • HateAid (gGmbH) — die AAS war an der HateAid-Gründung 2018 maßgeblich beteiligt; HateAid-Geschäftsführerin Anna-Lena von Hodenberg kommt aus dem AAS-Umfeld. Siehe HateAid-Campact-Pipeline.
  • CeMAS — Center für Monitoring, Analyse und Strategie — eng verzahntes Forschungs-Spin-off, Geschäftsführer Josef Holnburger. Personelle Überschneidungen.
  • Correctiv — gemeinsame Themenfelder, gemeinsame Förderlinien (BKM, BMFSFJ). Siehe Correctiv-Strukturanalyse.
  • Neue Deutsche Medienmacher — ähnliche BMFSFJ-Förderlinien-Empfänger, gemeinsame Kampagnen-Logik.
  • Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) — strategische Litigation, parallele Förderlandschaft.

Was zusammen entsteht, ist eine eingespielte Anti-Rechts-Plattform, die operativ koordiniert und gleichzeitig mehrfach öffentlich finanziert wird — jede Organisation präsentiert sich als eigenständig, das Gesamtsystem aber bewegt sich abgestimmt durch die Kampagnen-Saisons.


5. Drucksachen-Pattern: der Bundestag fragt, die Bundesregierung weicht
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Die AAS-Förderung steht regelmäßig im Fokus parlamentarischer Anfragen — fast ausnahmslos durch die AfD. Eine Auswahl:

  • Drucksache 20/5213 (17.01.2023): „Mutmaßlich linksextremer Mitarbeiter der Amadeu Antonio Stiftung" — Fragesteller Schmidt, Reichardt, Ehrhorn, Janich (AfD). 22 Fragen zum Good-Gaming-Mitarbeiter und zur AAS-Förderung 2020–2022. [4]
  • Drucksache 21/2665, Schriftliche Frage 109 (04.11.2025): Bessin (AfD) fragt nach Bundeszuwendungen 2024. Brand-Antwort: 4.021.816,75 € aus 4 Bundesquellen (siehe Sektion 1). [1]
  • Drucksache 21/2709 (11.11.2025): Antrag der AfD-Fraktion „Staatliche Finanzierung der Amadeu Antonio Stiftung aus Bundesmitteln beenden". Forderung nach kompletter Förderstreichung ab Haushaltsjahr 2026, unabhängiger Prüfung und ggf. Rückforderung [13].
  • Drucksache 21/3498 (06.01.2026): Bessin u.a. (AfD) — „Finanzierung der Amadeu Antonio Stiftung durch Bundesmittel". Fordert vollständige Aufstellung seit 2015 nach Bund/Ländern/EU und nach Personalkosten/Werbung/Veranstaltungen/Sachkosten kategorisiert. Antwort der Bundesregierung lag zum Stand 23.04.2026 noch nicht vor. [3]

Was sich abzeichnet, ist ein bekanntes Muster: Die einzige Bundestagsfraktion, die diese Förderverhältnisse systematisch hinterfragt, ist die AfD. Die übrigen Fraktionen (CDU/CSU, SPD, Grüne, FDP, Linke) fragen nicht nach. Das verändert die innenpolitische Debatte nicht in der Sache — die Zahlen bleiben Zahlen, unabhängig davon, wer fragt — aber es macht die parlamentarische Kontrolle der zivilgesellschaftlichen Förderlandschaft strukturell asymmetrisch. Wer öffentlich keine Position einnehmen will, die mit AfD-Anfragen-Material überlappt, fragt nicht. Das schwächt die parlamentarische Kontrollfunktion über alle Fraktionen hinweg.


6. Kontroversen — eine kurze Chronik
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  • 2017: Klage gegen Hubertus Knabes IM-Berichterstattung (LG Hamburg, Az. 324 O 217/17).
  • 2021er Skandal um Meldungen an Arbeitgeber: Vorwürfe, dass AAS-nahe Initiativen kritische Stimmen über Meldungen an deren Arbeitgeber unter Druck setzten. Öffentlich diskutiert u.a. in Zeitungen Welt, NZZ, Cicero.
  • Maaßen-Konflikt: Hans-Georg Maaßen (ehem. BfV-Präsident) als prominenter Kritiker der AAS — wechselseitige juristische Auseinandersetzungen, in der Detailbilanz strittig (das Verfahren am Verwaltungsgericht Köln betrifft die VS-Einstufung Maaßens, nicht eine direkte AAS-Klage).
  • Meldestelle-Antifeminismus-Kontroverse 2023: Kritik aus Kommentar-Spalten und Linkspartei-Bundestagsfraktion an der Erfassung nicht-strafbarer Meinungsäußerungen.
  • April 2026 — Pornografie-Kontroverse: Diskussion um Inhalte einer AAS-nahen Publikation; nicht in dieser Analyse vertieft.
  • Apollo-News-Faltblatt-Kontroverse 2025: Eine AAS-Veranstaltung wurde mit einem Linkspartei-Faltblatt beworben, das gegen das Medium Apollo News „auf die Tasten treten" forderte und dessen Redaktionsstandort nannte. Eine Belltower-Journalistin nahm an der so beworbenen Podiumsdiskussion teil. Die AAS verteidigte die Wortwahl als „Metapher". Diese Episode steht in der Vorbemerkung der Drucksache 21/3498 [3].

Eine vollständige Kontroversen-Chronik wäre ein eigener Artikel. Hier reicht der Hinweis: die AAS arbeitet in einem hoch politisierten Feld, in dem ihre eigene Methodik regelmäßig in die Kritik gerät — und in dem die Stiftung selbst aktiv juristisch gegen Kritiker vorgeht.


7. Das Gesamtbild — Strukturanalyse
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Was zusammenkommt, ist nicht ein einzelner Skandal. Es ist ein strukturelles Bild mit fünf Säulen:

Die finanzielle Säule: Allein vom Bund 2024 rund 4 Mio €. Über 60 % des Jahresbudgets staatliche Förderung. „Aus der Zivilgesellschaft getragen" ist eine Selbstdarstellung, die die Kassenrealität nicht trifft. Hinzu kommen private Stiftungsgelder mit klar progressiv-aktivistischer Ausrichtung (OSF, Freudenberg, Stern-Direkt­finanzierung) und Plattform-Kooperationen (Meta seit 2015).

Die personelle Säule: Im Stiftungsrat sitzen ein aktiver Verfassungsschutzpräsident (Kramer/Thüringen), ein ehemaliger Förder-Staatssekretär (Kleindiek/BMFSFJ-Drehtür) und ein aktives Mitglied des Europäischen Parlaments für Bündnis 90/Die Grünen (Lagodinsky). Eine plurale, partei-übergreifende Aufsicht existiert formal mit Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) — aber das Gesamtprofil ist klar progressiv-staatlich vernetzt.

Die historische Säule: Die Gründerin und langjährige Vorstandsvorsitzende war über acht Jahre IM des Ministeriums für Staatssicherheit — Deckname „Victoria", über 70 Berichte, 800 Seiten Akte. Die strukturelle Frage ist nicht moralisch (Menschen können sich ändern), sondern eine der Gewaltenteilung: Eine Stiftung, deren Programmatik in Teilen die Bekämpfung verfassungsfeindlicher Strömungen ist, die zugleich vom Inlandsgeheimdienst im Aufsichtsgremium begleitet wird, wurde gegründet von einer Person, die jahrelang Berichte an einen anderen Inlandsgeheimdienst geliefert hat. Diese Symmetrie ist erklärungsbedürftig — sie wurde von der AAS nie öffentlich ausbuchstabiert.

Die operative Säule: Belltower.News, debate//de:hate, Meldestelle Antifeminismus, IDZ Jena, Good Gaming, CURA — eine Architektur aus Tochter-Strukturen, die jeweils eigene Förderströme abrufen und zusammen einen koordinierten Anti-Rechts-Apparat bilden. Plus enge Allianzen mit HateAid, CeMAS, Correctiv, Neue Deutsche Medienmacher, GFF.

Die parlamentarische Säule: Die einzige Fraktion, die diese Struktur systematisch hinterfragt, ist die AfD. Drucksachen 20/5213, 21/2665, 21/2709, 21/3498. Die anderen Fraktionen fragen nicht — was die parlamentarische Kontrollfunktion strukturell schwächt, unabhängig davon, ob die Antworten der Bundesregierung politisch genehm wären oder nicht.

Was in Summe entsteht, ist nicht der unabhängige zivilgesellschaftliche Wachhund, als der sich die Stiftung präsentiert. Es ist eine öffentlich-staatlich-private Anti-Rechts-Infrastruktur, in der Bundeszuwendungen, Inlandsgeheimdienst-Vertretung, parteinahe Aufsicht und Plattform-Kooperationen zu einem Knoten verschmelzen. Die einzelnen Bausteine sind jeweils legal und teilweise transparent dokumentiert. Die Summe ist es nicht.


8. Was das Strukturbild bedeutet
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Eine Stiftung, die mehrheitlich aus dem Bundeshaushalt finanziert wird, deren Aufsichtsrat einen aktiven Inlandsgeheimdienstchef einschließt, deren Gründerin acht Jahre Berichte für einen anderen Inlandsgeheimdienst geliefert hat, deren ehemaliger Förderministerial-Staatssekretär heute über die Vergabe der eigenen Mittel mitwacht — eine solche Konstruktion ist keine Zivilgesellschaft. Sie ist ein verlängerter Arm staatlicher Programmpolitik in einem privatrechtlichen Mantel. Was Andere früher offen Volkserziehung nannten, läuft hier unter dem freundlicheren Etikett „Förderung der Demokratie".

Das ist nicht eine Frage der Selbstdarstellung. Es ist eine Frage der Gewaltenteilung. Eine Demokratie, die definieren will, was als „extrem" gilt, was öffentlich akzeptable Meinung ist, welche Plattformen welche Inhalte löschen sollen — und die diese Definitionsmacht über eine staatlich finanzierte Stiftung organisiert, die formal nicht zum Staat gehört, aber ohne Staat nicht existieren würde — bekommt das Schlechteste aus beiden Welten: die Indirektheit, die Verantwortlichkeit verschleiert, und die Finanzierungsmacht, die Zivilgesellschaft formt statt sie zu repräsentieren.

Eine echte Zivilgesellschaft kann sagen „Wir nehmen diese Förderung nicht an, wenn die Bedingungen problematisch sind." Eine zu 60–80 Prozent staatlich finanzierte Stiftung kann das strukturell nicht. Wer das Geld nicht ablehnen kann, ohne seine Existenz zu beenden, ist nicht unabhängig. Punkt.

Die Mitarbeiter wissen, was sie tun
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Eine bei solchen Analysen reflexartige Schutzbehauptung lautet: „Aber die Mitarbeiter dort sind doch motiviert und glauben an die Sache." Bei einer Stiftung, deren Gründerin acht Jahre lang Treffberichte über Diplomaten, Emigranten und Journalisten an die Stasi lieferte und die heute mit dieser Vergangenheit öffentlich umgeht wie mit einer überwundenen Jugendsünde, ist diese Schutzbehauptung nicht mehr haltbar. Die IM-Akte „Victoria" ist kein Geheimnis. Die Förderzahlen stehen in Bundestags-Drucksachen. Stephan Kramers Doppelrolle als aktiver Geheimdienstchef im Stiftungsrat ist auf der eigenen Webseite. Die Drehtür Kleindiek-BMFSFJ-Stiftungsrat ist trivial überprüfbar. Wer 2026 bei der AAS arbeitet, hat dieses Material im Zugriff. Wer trotzdem dort arbeitet, hat sich für diese Konstruktion entschieden — sei es aus Karrierepragmatismus, weltanschaulicher Zustimmung, oder beidem.

Das ist kein moralisches Urteil. Es ist die nüchterne Feststellung, dass die übliche Entlastungs-Erzählung („das sind doch nur engagierte Menschen, die Gutes wollen, die wissen ja nicht") bei dieser Stiftung nach dieser Historie und nach diesem Aufsichtsapparat nicht mehr trägt. Die Mitarbeiter wissen es. Sie machen es trotzdem. Damit sind sie Teil der Struktur, nicht ihre ahnungslosen Werkzeuge.

Die Belttower-Recherchen, der CURA-Fonds, das IDZ Jena
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Die einzelnen AAS-Programme können inhaltlich Bestand haben. Aber sie haben ihn als das, was sie strukturell sind: Output einer öffentlich-staatlich-privaten Anti-Rechts-Behörde im NGO-Mantel, nicht als unabhängige Stimme aus der Mitte einer organisierten Bürgerschaft. Wer die Veröffentlichungen liest, ohne diese Strukturlage zu kennen, liest sie falsch — er liest sie als das, wofür sich der Apparat ausgibt, nicht als das, was er ist.

Die Schweige-Disziplin der etablierten Fraktionen
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Die parlamentarische Schweige-Disziplin von CDU/CSU, SPD, Grünen, FDP und Linker ist keine Verlegenheit, kein Versehen, kein „die anderen Fraktionen haben halt andere Prioritäten". Sie ist Funktion: alle fünf profitieren — politisch, parteinah, weltanschaulich oder personell — von einer Förderlandschaft, in der Anti-Rechts-Arbeit zur staatlich kofinanzierten Daueraufgabe wird, deren Empfänger sich nicht von der Hand abwenden, die sie füttert. Eine Million Euro pro Jahr aus dem BMFSFJ ist eine Million Euro Loyalität, die nicht in den falschen Pressemitteilungen landet. Dass diese Konstruktion ausschließlich von einer Oppositionsfraktion hinterfragt wird, deren Inhalte und Stil man aus guten Gründen nicht in der eigenen Bilanz haben will, ist kein Beleg für die Korrektheit der Konstruktion — es ist Beleg dafür, wie effektiv sie organisiert ist.

Die Verschiebungs-Dynamik: NS-Profiteur-Erben definieren mit, was heute „rechts" ist
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Wer mitfinanziert, definiert mit. Wenn die Reimann-Familie — deren NS-Vergangenheit erst 2019 unter Druck publik wurde — über die Alfred-Landecker-Stiftung 25 Mio € pro Jahr in „Demokratie- und Holocaust-Bildung" pumpt und damit unter anderem das AAS-Forschungsinstitut IDZ Jena finanziert, dann ist das mehr als eine späte Aufarbeitung. Es ist eine Rolle in der Definitionsmacht über die heutige politische Rechte. Wer „rechts" markiert, wer als „extrem" eingestuft wird, welche Bewegungen Beobachtungsprojekte bekommen und welche keine — daran wirken Strukturen mit, deren historischer Ursprung im Profitieren von der NS-Diktatur liegt. Der moralische Bonus, den die NS-Aufarbeitung verleiht, fließt direkt in die Bewertung gegenwärtiger politischer Strömungen ein. Diese Verschiebung ist ohne Evidenz, ohne öffentliche Debatte, ohne Mandat — sie geschieht schlicht, weil das Geld da ist und weil niemand fragt, woher es kommt und was es kauft.

Diese Konstruktion geht an der Bevölkerung vorbei
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Es gibt keinen demokratischen Mandatsweg, in dem die Bevölkerung einer staatlich kofinanzierten Anti-Rechts-Stiftung mit NS-Profiteur-Erben als Hauptprivatfinanziers zugestimmt hätte. Es gibt keinen Wahlkampf, in dem das auf dem Stimmzettel stand. Es gibt kein Volksbegehren, das hätte ablehnen können. Was es gibt, sind Bundesregierungen, die Aufgaben, die sie selbst als Staat aus Gründen der parteipolitischen Neutralität (Art. 5 GG) nicht direkt erledigen dürfen, an private Stiftungen weitergeben — mit Geld, das aus dem Bundeshaushalt kommt, also aus Steuermitteln der gleichen Bevölkerung, die nie gefragt wurde. Der Mechanismus heißt formal „Förderung der Zivilgesellschaft". Er funktioniert faktisch als Auslagerung staatlicher Programmpolitik in einen privatrechtlichen Mantel, der demokratische Kontrolle umgeht und die Bevölkerung zum Zahler einer Definitionsmacht macht, an deren Ausübung sie nicht beteiligt ist.

GONGO
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Die Frage ist nicht, ob die Amadeu Antonio Stiftung „gute" oder „schlechte" Arbeit leistet. Die Frage ist, ob das, was sie tut, eine Aufgabe von „Zivilgesellschaft" sein soll oder eine Aufgabe des Staates. Wenn Letzteres, gehört es transparent in die Behördenstruktur, mit demokratischer Kontrolle, parlamentarischer Aufsicht und juristischer Anfechtbarkeit. Wenn Ersteres, gehört es nicht zu 60 Prozent vom Staat finanziert. Beides gleichzeitig — Behörde-Funktion plus NGO-Mantel — ist die Struktur, die in dieser Analyse beschrieben wurde. Sie ist nicht Zivilgesellschaft. Sie ist die deutsche Variante dessen, was man in anderen Ländern offen GONGO nennt: Government-Organised Non-Governmental Organisation — eine vom Staat organisierte Nicht-Regierungsorganisation, also ein Widerspruch in sich, dessen Existenzberechtigung darin besteht, eine Funktion zu erfüllen, die der Staat selbst nicht direkt ausüben darf, aber gerne indirekt ausgeübt sehen möchte.

Der Begriff existiert, weil das Phänomen existiert. Der Blick auf die AAS ist der Blick auf seinen deutschen Prototyp. Wer den Apparat als „Zivilgesellschaft" beschreibt, beschreibt ihn als das, was er ausdrücklich nicht ist. Wer dort arbeitet, weiß das. Wer das Material so finanziert, weiß das auch. Nur die Öffentlichkeit, in deren Namen das Ganze geschieht, soll es nicht so genau wissen. Genau dafür gibt es Strukturanalysen wie diese.


Quellen
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[1] Bundestags-Drucksache 21/2665 (04.11.2025): Schriftliche Fragen, Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Michael Brand auf Schriftliche Frage 109 der Abgeordneten Birgit Bessin (AfD). dserver.bundestag.de/btd/21/026/2102665.pdf, Seite 70.

[2] Tichys Einblick (2025/2026): mehrere Artikel zur AAS-Gesamtförderung Bund + Länder. Sekundärquelle, Primärbeleg pro Posten ausstehend.

[3] Bundestags-Drucksache 21/3498 (06.01.2026): Kleine Anfrage der Abgeordneten Birgit Bessin u.a. (AfD) — „Finanzierung der Amadeu Antonio Stiftung durch Bundesmittel". dserver.bundestag.de/btd/21/034/2103498.pdf

[4] Bundestags-Drucksache 20/5213 (17.01.2023): Kleine Anfrage AfD — „Mutmaßlich linksextremer Mitarbeiter der Amadeu Antonio Stiftung". dserver.bundestag.de/btd/20/052/2005213.pdf

[5] Amadeu Antonio Stiftung: Tätigkeitsbericht 2022. amadeu-antonio-stiftung.de (Veröffentlichungen)

[6] Wikipedia: Amadeu Antonio Stiftung — Finanzierung 2023 (Quelle: AAS-Jahresabschluss 2023). de.wikipedia.org/wiki/Amadeu_Antonio_Stiftung

[7] Amadeu Antonio Stiftung: Satzung § 12 Absatz 3 — Auflösungsbegünstigte Freudenberg Stiftung. (Stiftungsregister Berlin)

[8] Stasi-Unterlagen-Archiv (Bundesarchiv): Akte AIM 613/82 zu Anetta Kahane, Deckname „Victoria". bundesarchiv.de/stasi-unterlagen-archiv — Forschungseinsicht möglich. Zusammenfassende Dokumentation: hubertus-knabe.de/der-fall-kahane

[9] Focus Magazin (Dezember 2016): Hubertus Knabe — „Stasi-IM als Internet-Spitzel?" — und nachfolgende juristische Auseinandersetzungen.

[10] Amadeu Antonio Stiftung (01.04.2022): „Amadeu Antonio Foundation with a New Board — Anetta Kahane resigns as Chair". amadeu-antonio-stiftung.de

[11] Amadeu Antonio Stiftung: Stiftungsgremien. amadeu-antonio-stiftung.de/ueber-uns/gremien

[12] Neues Deutschland (2017): „Per Du mit den Schlapphüten" — zur Doppelrolle Kramers. nd-aktuell.de

[13] Bundestags-Drucksache 21/2709 (11.11.2025): Antrag der AfD-Fraktion — „Staatliche Finanzierung der Amadeu Antonio Stiftung aus Bundesmitteln beenden". dserver.bundestag.de/btd/21/027/2102709.pdf

[14] Bild am Sonntag (24.03.2019) und Folge-Berichterstattung Handelsblatt (24.03.2019): „Reimann-Familie soll in NS-Zeit Zwangsarbeiter missbraucht haben." Albert Reimann sen. + jun. NSDAP-Mitglieder, SS-Spenden ab 1931, dokumentierte physische und sexuelle Gewalt gegen Zwangsarbeiterinnen in den Werken Ludwigshafen. handelsblatt.com

[15] Handelsblatt (Dezember 2019): „NS-Aufarbeitung: Familie Reimann zahlt 10 Millionen Euro für Ex-Zwangsarbeiter." Gründung Alfred-Landecker-Stiftung im Juni 2019, Stiftungsvermögen 25 Mio €/Jahr aus Reimann-Familienvermögen. handelsblatt.com


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Verwandte Geldfluss-Recherchen:


Teil 5 der Reihe Medienkritik. Stand der Recherche: 23. April 2026. Drucksachen 20/5213, 21/2665, 21/2709, 21/3498 sind oben verlinkt; die Verifizierung der Geldbeträge ist nachvollziehbar.

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