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HPV-Impfung in Schulen: Wer hat den Stoff gemacht — und was wurde aus dem Versprechen, vor Krebs zu schützen?

Am 28. April 2026 hat die Berliner Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, Ina Czyborra (SPD), eine Pressemitteilung herausgegeben. Titel: „Senat berät Handlungsoptionen zur Verbesserung des HPV-Impfschutzes". Kernsatz: „HPV kann Krebs verursachen – und wir haben es in der Hand, uns wirksam davor zu schützen." Geplant sind Informationsschreiben an Eltern der Klassen 4 bis 10, eine Integration des Impfangebots in die neue U10-Vorsorgeuntersuchung und Erinnerungssysteme bei ausbleibender Teilnahme.

Einen Tag später, am 29. April 2026, hat BILD daraus die Schlagzeile gemacht: „Amtsärzte sollen in Schulen gegen Sex-Viren impfen!" Aus „HPV" (Humanes Papillomavirus) wurde „Sex-Viren". Aus einer ressort-internen Senatsberatung wurde Boulevard.

Die Forderung selbst ist nicht neu. Klaus Überla, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (STIKO), hat schon am 25. März 2024 in einem Interview mit den Funke-Zeitungen gefordert, dass „neue Wege" gegangen werden müssten, um die HPV-Impfquote zu steigern. Die Verträglichkeit nannte er „hervorragend", die Impfung „hoch effektiv". Schulimpfungen, sagte er, würden „langfristig Leben retten".

Diese drei Stimmen — Senatorin, STIKO-Chef, BILD — formen seit Wochen einen koordinierten Push für HPV-Impfungen in Schulen. Was sie weglassen, ist die Komplexität der Datenlage, der Stoffe und der Personen, die sie entwickelt haben. Dieser Beitrag holt fünf Punkte nach.

1. Wer hat Gardasil gemacht? Eine Karriere, drei Impfstoffe
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Der HPV-Impfstoff Gardasil wurde bei Merck unter der R&D-Leitung von Kathrin Jansen entwickelt. Jansen kam 1992 zu Merck und drückte das HPV-Projekt gegen erheblichen internen Widerstand durch. Die Finanzdivision von Merck stufte das Projekt als „weniger als wertlos" ein und reduzierte es in der Bilanz. Andere Forscher hielten den Ansatz für aussichtslos — als Argument galt, dass kein Herpes-Impfstoff (eine andere sexuell übertragene Virus-Familie) je funktioniert hatte. In einer dokumentierten Schlüsselszene hat ein leitender Forscher Jansen nach einer Sitzung im Korridor angeschrien; sie meldete den Vorgang ihren Vorgesetzten.

Jansen setzte sich durch. 2002 zeigte eine NEJM-Studie 100 % Wirksamkeit gegen HPV-16-Infektion. Gardasil bekam 2006 die FDA-Zulassung auf Basis von Studien an 21.000 Mädchen und Frauen.

2004 verließ Jansen Merck. Sie ging zu VaxGen (Chief Scientific Officer), dann 2006 zu Wyeth — das 2009 von Pfizer übernommen wurde. Bei Wyeth/Pfizer entwickelte sie den Pneumokokken-Impfstoff Prevnar-13. Während der Pandemie 2020 leitete sie auf Pfizer-Seite die Entwicklung des Pfizer-BioNTech-COVID-19-Impfstoffes (EUA am 11. Dezember 2020). Im April 2022 ging sie in den Ruhestand.

Drei der medial kontroversesten Impfstoffe der letzten zwanzig Jahre — Gardasil 2006, Prevnar-13 2010, Comirnaty 2020 — fallen in die R&D-Lead-Verantwortung derselben Person. Die STAT-News-Charakterisierung 2020 lautete: „a scientist with a history of defying skeptics — and getting results". Das ist nicht PR, das ist die belegbare Karriere-Linie. Welche strukturelle Lehre daraus folgt, ist eine andere Frage. Aber wer über HPV-Schul-Impfungen redet und Gardasil als reines Krebs-Schutz-Mittel rahmt, sollte die Pipeline-Person dahinter wenigstens kennen.

2. Was die Gardasil-Studien tatsächlich gemessen haben
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Die Berliner Senatorin sagt: „HPV kann Krebs verursachen — und wir haben es in der Hand". Der Sprung vom „kann verursachen" zum „wir haben es in der Hand" macht den Stoff zu einem Krebs-Schutz-Mittel. Die Zulassungsstudien haben das in dieser Form nicht belegt.

Die ursprünglichen Gardasil-Studien hatten als primären Endpunkt die Reduktion von HPV-16/18-Infektionen und CIN2/CIN3 — sogenannte zervikale intraepitheliale Neoplasien, also Vorstufen, die in einem 10- bis 30-Jahres-Zeitraum zu invasivem Cervix-Karzinom werden können, aber nicht zwingend werden. Die Reduktion der Cervix-Krebs-Sterblichkeit war ursprünglich ein Surrogat-Argument, kein gemessener Endpunkt. Eine direkte Messung wäre zum Zulassungszeitpunkt 2006 unmöglich gewesen, weil der Cervix-Krebs-Latenz-Zeitraum die Studienlaufzeit weit übersteigt.

Inzwischen liegen erste Endpunkt-nahe Daten vor. Eine NEJM-Studie aus Schweden (Lei et al. 2020) zeigte für Frauen, die vor dem 17. Lebensjahr geimpft wurden, eine deutliche Reduktion der invasiven Cervix-Karzinome im Beobachtungszeitraum. England berichtete für die Impfung mit 12-13 Jahren eine Wirksamkeit von 87 % gegen Cervix-Krebs. Das sind reale Befunde — aber sie sind erst seit etwa 2020 verfügbar, also vierzehn Jahre nach Markteinführung. Die politische Kommunikation hat zwischen 2006 und 2020 ein Versprechen verkündet, das die Studienlage erst Jahre später teilweise einlösen konnte.

Methodisch ist diese Lücke parallel zur Transmissions-Frage bei den COVID-Impfstoffen 2020/2021: Das, was die Studien gemessen haben (symptomatische Erkrankung), und das, was politisch versprochen wurde („Impfung schützt andere"), waren zwei verschiedene Endpunkte. Die Strukturanalyse-Reihe dieses Blogs hat diese Klammer für Comirnaty separat dokumentiert.

3. Welche Stämme deckt der Impfstoff ab — und was ist Type Replacement?
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Es gibt über 200 bekannte HPV-Typen, davon werden etwa 14 als hochrisiko-onkogen eingestuft. Der ursprüngliche Gardasil-Impfstoff (quadrivalent) deckte vier Typen ab: HPV-6 und 11 (Genitalwarzen) sowie HPV-16 und 18 (zusammen ~70 % der Cervix-Karzinome). Gardasil-9 (nonavalent, seit 2014/15) deckt zusätzlich HPV-31, 33, 45, 52 und 58 — insgesamt 9 von ~14 onkogenen Typen, das entspricht etwa 90-95 % der bisher beobachteten Cervix-Karzinom-Erreger.

Der Punkt, der in der politischen Kommunikation regelmäßig fehlt: Type Replacement. Eine systematische Übersichtsarbeit zur Wirkung der HPV-Impfstoffe (zuletzt aktualisiert 2024, MDPI Viruses) dokumentiert, dass nicht-Vakzin-Typen in geimpften Populationen relativ häufiger werden. Eine italienische Studie hält fest: Die Prävalenz aller sieben durch Gardasil-9 erfassten Hochrisiko-Typen blieb in der untersuchten Population konstant — gleichzeitig stieg die Detektion nicht-vakzinierter HPV-Typen und HPV-negativer/unbekannter Typen. Was das langfristig für die Karzinom-Inzidenz bedeutet, ist nicht abschließend geklärt — die Verbreitung dieser Verschiebung erfolgt über sexuelle Übertragung auch in nicht-geimpfte Bevölkerungsteile hinein.

Der Impfstoff schützt also nicht „vor HPV" als Pauschalkategorie, sondern vor ausgewählten Typen. Die ökologische Reaktion der nicht-abgedeckten Typen ist Forschungsstand, nicht Verschwörungstheorie.

4. Konisation und Screening: der Aufwand bleibt
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Bei Frauen mit auffälligem Pap-Befund oder positivem HPV-Test ist die Konisation (operative Entfernung eines Gewebekegels aus dem Gebärmutterhals) eine Standard-Therapie zur Beseitigung von Vorstufen. Eine Frage von praktischer Relevanz: Reduziert die Impfung den Konisations-Aufwand?

Eine 2025 in Scientific Reports veröffentlichte Studie zeigt, dass geimpfte Frauen nach einer Konisation eine deutlich höhere HPV-Clearance-Rate haben (81,1 % vs. 57,1 % bei ungeimpften nach LEEP/Konisation). Eine US-Kohortenstudie (2024, n=83.352) zeigt eine signifikante Reduktion hochgradiger zervikaler Läsionen bei geimpften Frauen.

Aber: Das RKI bestätigt selbst (Stand 6.6.2025), dass auch geimpfte Frauen weiterhin am Cervix-Karzinom-Screening teilnehmen müssen — die Screening-Routine wird nicht ersetzt. In Deutschland sind nach RKI-Daten höchstens 60 % der Mädchen vollständig geimpft, davon viele erst nach dem 15. Lebensjahr (mit reduzierter Wirksamkeit). Der gesamtgesellschaftliche Screening-Aufwand bleibt damit substanziell unverändert.

Wer „die Impfung schützt vor Krebs" sagt und gleichzeitig „Sie müssen weiter zur Vorsorge gehen", sagt zwei Dinge, die nicht zueinander passen wie das politische Plakat suggeriert. Sie passen sehr wohl medizinisch zusammen — aber dann ist die Impfung ein Baustein neben Screening, nicht ein Schlussstrich. Diese Differenzierung gehört in den Elternbrief der Senatsverwaltung, sonst entsteht eine Erwartung, die das Produkt strukturell nicht einlösen kann.

5. Die Pharmakovigilanz-Geschichte: Japan, Klagen, Whistleblower
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Juni 2013, Japan. Zwei Monate nach der Aufnahme der HPV-Impfung in das japanische National Immunization Program suspendierte das Gesundheitsministerium MHLW die „proactive recommendation" für die Impfung. Anlass: Berichte über schwere neurologische Nebenwirkungen bei jungen Mädchen — unwillkürliche Bewegungen, Gehprobleme, chronische Schmerzen. Japanische TV-Sender zeigten die Aufnahmen nach Angaben von Branchenverbänden bis zu 80 Mal pro Tag. Das beratende Vaccine Adverse Reactions Review Committee (VARRC) kam zu dem Schluss, dass kein kausaler Zusammenhang nachweisbar sei. Trotzdem hielt die Suspension der proaktiven Empfehlung mehr als acht Jahre an, bis 2022. Das ist für eine zugelassene Impfung in einem G7-Staat beispiellos.

In den USA läuft seit 2024/2025 eine Klagewelle gegen Merck mit dem Vorwurf, das Unternehmen habe Risiken von Gardasil verschwiegen („Merck Faces Claims of Concealing Risks", Multidistrict Litigation). Eine Whistleblower-Aussage aus dem Bereich der Merck-Forschung wirft dem Unternehmen vor, Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Gardasil und Autoimmunerkrankungen ignoriert zu haben. Diese Verfahren sind nicht abgeschlossen — und kein Urteil ist gesprochen. Aber sie sind real anhängig und verifizierbar.

Wer die Gardasil-Sicherheitsbilanz als geschlossenes Kapitel präsentiert, übergeht das. Die japanische Suspension war in Deutschland nie Diskussionsthema, obwohl sie eine der längsten ihrer Art war.

Schluss: Aufklärung oder Verwaltungskampagne?
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Fünf Fragen, an denen sich entscheidet, ob aus dem Berliner Vorstoß Aufklärung oder Verwaltungskampagne wird:

  • Wird Eltern erklärt, dass Gardasil-9 nicht vor allen onkogenen HPV-Typen schützt?
  • Wird erklärt, dass die direkte Cervix-Krebs-Reduktion erst seit etwa 2020 in einzelnen Studien-Populationen messbar wird und damit vierzehn Jahre nach Markteinführung folgt?
  • Wird Type Replacement methodisch sauber benannt?
  • Wird gesagt, dass die Screening-Pflicht für geimpfte Frauen erhalten bleibt?
  • Wird Japan erwähnt — werden laufende US-Klagewellen und Whistleblower-Verfahren erwähnt?

Wenn die Senatorin „wir haben es in der Hand" sagt und BILD daraus einen Tag später „Sex-Viren-Schul-Impfung" macht, ist das keine Aufklärungs-Architektur. Das ist Push-Kampagne mit Boulevard-Verstärker. Push-Kampagnen produzieren auf einer Skala von Jahren Misstrauen — gerade weil sie Komplexität wegreduzieren, die später wieder auftaucht.

Wer Klassen 4 bis 10 mit Boulevard-Sprache, Schlussstrich-Versprechen und einem fehlenden Wort zur Pharmakovigilanz-Geschichte adressiert, hat sich für Verwaltung entschieden, nicht für Aufklärung. Die Eltern, die das merken und Fragen stellen, sind nicht das Problem. Sie sind das Symptom dafür, dass eine Behörde gerade entscheidet, an welchem Ende der Kampagne sie steht.


Methodik-Hinweis: Falsifikationsbedingungen, Quellenpolitik und Pre-Commit-Disziplin werden systematisch auf der Methodik-Seite erklärt — sie gelten auch für jeden einzelnen Befund in diesem Beitrag. Belege folgen unten.

Quellen
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  1. Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege (Berlin), Pressemitteilung vom 28.04.2026: „Senat berät Handlungsoptionen zur Verbesserung des HPV-Impfschutzes". https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1665639.php
  2. BILD, Schlagzeile vom 29.04.2026: „Amtsärzte sollen in Schulen gegen Sex-Viren impfen!" (Symbolbild picture alliance/M.i.S.-Sportpressefoto)
  3. Deutsches Ärzteblatt, 25.03.2024: „STIKO-Chef für Schulimpfungen zur Steigerung der HPV-Impfquote unter Kindern". Interview mit den Funke-Zeitungen. https://www.aerzteblatt.de/news/stiko-chef-fuer-schulimpfungen-zur-steigerung-der-hpv-impfquote-unter-kindern-628c7ce6-8150-47ee-b58d-4f7f861d5f34
  4. Wikipedia: Kathrin Jansen — Karrierechronologie. https://en.wikipedia.org/wiki/Kathrin_Jansen
  5. STAT News, 24.08.2020: „In the race for a Covid-19 vaccine, Pfizer turns to a scientist with a history of defying skeptics — and getting results". https://www.statnews.com/2020/08/24/pfizer-edge-in-the-race-for-a-covid-19-vaccine-could-be-a-scientist-with-two-best-sellers-to-her-credit/
  6. Fast Company: „Meet Kathrin Jansen, the woman leading Pfizer’s COVID-19 vaccine effort". https://www.fastcompany.com/90573460/kathrin-jansen-pfizer-covid-19-vaccine-scientist
  7. Lei J., Ploner A., Elfström K.M., Wang J., Roth A., Fang F., Sundström K., Dillner J., Sparén P. (2020): „HPV Vaccination and the Risk of Invasive Cervical Cancer". New England Journal of Medicine 383(14):1340-1348. https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1917338
  8. RKI, FAQ HPV-Impfempfehlung (Stand 6.6.2025): https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Impfen/HPV/FAQ-Liste_HPV_Impfempfehlung.html
  9. RKI, FAQ HPV-Impfung Durchführung (Stand 28.4.2025): Screening-Hinweis für Geimpfte. https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Impfen/HPV/FAQ-Liste_HPV-Impfung-Durchfuehrung.html
  10. „Update on Effects of the Prophylactic HPV Vaccines on HPV Type Prevalence and Cervical Pathology" (2024), MDPI Viruses 16(8):1245 — dokumentiert Type Replacement. https://www.mdpi.com/1999-4915/16/8/1245
  11. Effect of vaccination against HPV in HPV-positive patients (2025), Scientific Reports — LEEP/Konisation HPV-Clearance vergleichend. https://www.nature.com/articles/s41598-025-92861-5
  12. „HPV vaccination in Japan" — Wikipedia-Übersicht zur Suspension 2013-2022 mit Primärquellen-Referenzen. https://en.wikipedia.org/wiki/HPV_vaccination_in_Japan
  13. Expert Institute (2025): „Gardasil Vaccine Lawsuit: Merck Faces Claims of Concealing Risks". Übersicht zur laufenden US-Klagewelle. https://www.expertinstitute.com/resources/insights/merck-faces-claims-of-withholding-information-about-gardasil-vaccine-risk/
  14. Pfizer-Bio Kathrin Jansen (Pfizer-Pressestelle): https://www.pfizer.com/people/medical-experts/vaccinations/kathrin_jansen-phd

Quelle der BILD-Schlagzeile: Der Wortlaut „Amtsärzte sollen in Schulen gegen Sex-Viren impfen!" ist über einen X-Repost belegt (@dokhollidays / OrthopaeDenker, 29.04.2026); der direkte BILD-Tweet-Thread war nicht auffindbar. Der zeitliche und inhaltliche Bezug zur Czyborra-Pressemitteilung vom 28.04.2026 ist eindeutig — der Sprung von „HPV" zu „Sex-Viren" ist Boulevard-Übersetzung, nicht Senats-Sprache.

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