Wer zur Frage „Wie kann ein abgelehnter Asylbewerber im BR-Rundfunkrat sitzen?" einsteigt, ist schon im falschen Frame. Diesen Frame liefert das einschlägige Klickbait-Cluster — Apollo News, Tichys Einblick, Junge Freiheit, Politikversagen — seit September 2025 in dichter Frequenz, und genau diese Frequenz ist das Material, auf dem der eigentliche Vorgang aufbaut. Der eigentliche Vorgang ist eine Funktions-Inversion: Ein Mitglied eines Aufsichtsorgans, das laut Bayerischem Rundfunkgesetz Pluralität sichern soll, fährt seit dem Spätsommer 2025 eine Strafanzeigen-Welle gegen außerhalb des öffentlich-rechtlichen Sektors stehende Medien-Pluralität.
Diese Inversion ist im Gesetz nicht vorgesehen, weil der Gesetzgeber sie nicht antizipiert hat. Sie ist von der entsendenden Organisation nicht eingebremst worden. Sie ist von der BR-Intendanz öffentlich nicht kommentiert worden. Und sie wird im Klickbait-Outlet-Cluster mit einer Stigma-Sprache („Asyl-Profiteur", „Edel-Flüchtling", „Berufsopfer") begleitet, die exakt das Material liefert, das die Strafanzeigen-Praxis als „rassistische Hetzkampagne" rhetorisch rechtfertigt — und damit indirekt stützt.
Vier Akteure, ein Mechanismus, eine Lücke. Wir zerlegen sie der Reihe nach.
Die Person — kurz und sortiert #
Hamado Dipama, geboren in Burkina Faso, kam über Mali und Frankreich nach Deutschland. Sein Asylantrag wurde abgelehnt. Über die Härtefallkommission erhielt er ab 2014 eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis wegen „besonderer Integrationsleistungen". Nach eigenen Angaben ist er inzwischen deutscher Staatsbürger.1 Behauptungen über „23 Asylbescheide", die in alternativen Aggregator-Plattformen zirkulieren, sind nicht primärquellenfest belegt — der zugrunde liegende Riehle-Beitrag liefert keine direkt prüfbaren Akten-Kennzeichen.2 Belegbar ist die Reihenfolge: Asyl abgelehnt → Härtefallkommission → unbefristete Aufenthaltserlaubnis → Einbürgerung.
Dipama ist seit 2007 Sprecher des Bayerischen Flüchtlingsrats und seit 2017 „Anti-Rassismus- und Anti-Diskriminierungsbeauftragter" bei AGABY (Arbeitsgemeinschaft der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte Bayerns). Über AGABY ist er am 1. Mai 2017 als alleiniger Migranten-Vertreter in den 50-köpfigen BR-Rundfunkrat entsandt worden.3
Die biografische Schicht ist relevant für eines: AGABY ist die entsendende Organisation. Wer fragt, ob die Praxis des Entsandten von der entsendenden Organisation gestützt wird, kommt zu einer eindeutigen Antwort. AGABY hat in seiner Pressemitteilung vom 25. September 2025 die Berichterstattung über Dipama als „rechte Hetzkampagne" klassifiziert und sich „solidarisch" an seine Seite gestellt.4 Die Solidaritäts-Plattform wurde durch MORGEN München und ver.di ergänzt. Eine interne Distanzierung — der naheliegende Reflex einer Organisation, deren Vertreter im Aufsichtsorgan gegen Medien-Pluralität strafrechtlich vorgeht — fand öffentlich nicht statt.
Die Aufgabe — was Art. 6 und 7 BayRG sagen #
Der BR-Rundfunkrat ist ein Organ der öffentlich-rechtlichen Anstalt „Der Bayerische Rundfunk". Seine Aufgaben sind im Bayerischen Rundfunkgesetz (BayRG) in den Artikeln 6 und 7 normiert:5
- Art. 6 BayRG (Kontrollrecht und Zusammensetzung): „Der Rundfunkrat vertritt die Interessen der Allgemeinheit auf dem Gebiet des Rundfunks." 50 Mitglieder, davon 12 vom Bayerischen Landtag und 1 von der Staatsregierung — Anteil staatsentsandter Mitglieder ≤ 1/3, der Rest entsandt von „bedeutsamen politischen, weltanschaulichen und gesellschaftlichen Gruppen". AGABY gehört zu diesen Gruppen.
- Art. 7 BayRG (Arbeitsweise und Aufgaben): Festlegung der Programmrichtlinien, Programmaufsicht, Beratung des Intendanten/der Intendantin. Mitglieder „sind an Aufträge nicht gebunden" — also persönlich verantwortlich, weisungsfrei. Sitzungen grundsätzlich öffentlich. Außerordentliche Sitzung auf Antrag eines Drittels der Mitglieder.
- Pflicht der Mitglieder: „sich für die Gesamtinteressen des Rundfunks und der Rundfunkteilnehmer einzusetzen".
- Befangenheits- oder Loyalitätsregeln im engeren Sinn: in Art. 7 BayRG nicht ausdrücklich verankert. Geschäftsordnung des Rundfunkrats und Art. 5a BayRG enthalten allgemeine Regelungen, aber keine Vorschriften, die einem Mitglied untersagen würden, gegen Konkurrenz-Medien außerhalb des öffentlich-rechtlichen Systems Strafanzeigen zu erstatten.
Diese Lücke ist eine Lücke des Gesetzgebers, kein Privileg des einzelnen Mitglieds. Sie existiert, weil bisher kein Rundfunkrats-Mitglied auf die Idee gekommen ist, eine systematische Strafanzeigen-Welle gegen Konkurrenz-Medien zu führen. Der Gesetzgeber regelt nicht, was er nicht antizipiert. Das ist die formaljuristische Grundlage; die funktionale Bewertung läuft daneben.
Funktional steht die Strafanzeigen-Welle im offenen Konflikt zur Pflicht „Pluralität sichern". Wer als Aufsichtsorgan-Mitglied „Interessen der Allgemeinheit auf dem Gebiet des Rundfunks" vertreten soll, kann nicht gleichzeitig Pluralitäts-Stimmen außerhalb des eigenen Sender-Sektors strafrechtlich verfolgen — jedenfalls nicht ohne den Vorwurf einer operativen Inversion seiner eigenen Funktion. Das ist kein Befangenheits-Verstoß im engeren juristischen Sinn (weil das Gesetz die Befangenheit nicht definiert hat); es ist ein Funktions-Konflikt im strukturanalytischen Sinn.
Die Strafanzeigen — Liste und Stand #
Die Strafanzeigen-Welle begann mit einer Anzeige am 24. September 2025 wegen mutmaßlicher Beleidigung und übler Nachrede.6 Dipama listete in der Anzeige Links zu mehreren Websites, auf denen seiner Auffassung nach „falsche Tatsachen über ihn verbreitet" wurden. Die Staatsanwaltschaft München I übernahm die Ermittlungen.
Bisher öffentlich bekannte betroffene Outlets und Personen:
| Outlet/Person | Verfahrensgegenstand | Stand |
|---|---|---|
| Apollo News (Journalist) | kritische Berichterstattung | Ermittlungen laufen |
| Tichys Einblick (Josef Kraus) | Polizeibesuch zuhause, kritischer Beitrag | Ermittlungen laufen |
| ÖRR-Blog (X-Account) | als „rassistisch" qualifizierte Kommentare | eingestellt nach 3 Wochen (April 2026) — Blog musste schriftlich nachweisen, dass Beiträge weder strafbar noch sachlich falsch sind |
| Apollo News (74-jähriger Berliner Rentner) | Kommentar unter Dipama-Instagram-Post | Ermittlungen laufen |
| Ansage | unterlassungsrechtliche Aufforderung | außerhalb Strafverfahren |
| Welt | Berichterstattung im April 2026 | von Dipama im aktuellen Instagram-Post als „selbsternanntes Medium" benannt |
| NIUS | Berichterstattung im April 2026 | wie Welt |
Die Liste ist nicht abschließend — die Apollo-Quelle nennt für den ursprünglichen September-Antrag „verschiedene Links zu Websites".7 Was sie zeigt: Die Anzeigen sind nicht Ein-Fall-Reaktion, sondern systematisch. Die Mutter-Anzeige ist erweitert, neue Posts werden in Folge-Verfahren überführt.
Das Schweigen des Senders #
Der Bayerische Rundfunk als Anstalt, die Intendantin Katja Wildermuth, der Vorsitz des Rundfunkrats — alle drei Stellen haben sich im öffentlichen Diskurs des Zeitraums September 2025 bis April 2026 zur Strafanzeigen-Welle ihres Aufsichtsorgan-Mitglieds nicht öffentlich geäußert. Eine entsprechende Pressemitteilung der BR-Kommunikationsabteilung ist nicht auffindbar. Die Aufnahme der Tagesordnung des Rundfunkrats über öffentliche Sitzungsprotokolle dokumentiert keine Befassung mit der Frage, ob ein Rundfunkrats-Mitglied per Strafanzeige gegen außerhalb des Systems stehende Medien-Pluralität vorgehen darf. Es gibt keine entsprechende Geschäftsordnungs-Initiative.8
Diese Stille ist selbst ein Befund. Wer als Anstalt eine Strafanzeigen-Welle eines Aufsichtsorgan-Mitglieds nicht kommentiert, akzeptiert sie operativ. Wer als Vorsitz die Frage nicht auf die Tagesordnung setzt, akzeptiert sie strukturell. Das BayRG zwingt zu nichts davon. Es ermöglicht beides — Kommentieren und Schweigen — und beides ist eine politische Entscheidung mit Folgewirkungen.
Es gibt zudem eine kleine, aber bemerkenswerte interne Asymmetrie. Im selben Zeitraum, in dem Dipama auf Instagram die Absetzung der Klar-Moderatorin Julia Ruhs durch den NDR mit „Bravo an den NDR" begrüßte und die „Unterwanderung durch Rechte und Neo-Faschisten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk" beklagte, hat der Bayerische Rundfunk Ruhs als Klar-Moderatorin der BR-eigenen Folgen behalten. Die Entscheidungs-Asymmetrie zwischen NDR und BR ist dokumentiert, beide Sender produzieren Klar in Kooperation; nur der NDR hat reagiert.9 Das ist eine bemerkenswerte Faktenlage: Genau der Sender, dessen Aufsichtsorgan Dipama angehört, hat seine Personal-Entscheidung gegen die Empfehlungs-Linie des eigenen Rundfunkrats-Mitglieds getroffen. Auch das ist nirgends zur Sprache gebracht worden.
Der Selbstvergiftungs-Mechanismus der Klickbait-Outlets #
Wer den Vorgang erklären will, muss die Beobachterseite mit einbeziehen. Die Strafanzeigen-Welle Dipamas wäre ohne ein bestimmtes Berichterstattungs-Cluster — Apollo News, Tichys Einblick, Junge Freiheit, Politikversagen, Kettner-Edelmetalle als Aggregator — in dieser Wucht nicht zustande gekommen. Diese Outlets haben den Vorgang in einer Sprache aufbereitet, die in der eigenen Logik konsistent ist und in der strafrechtlichen Logik dysfunktional.
Die Schlagworte der Aufbereitung:
- „Asyl-Profiteur", „Asyl-Afrikaner", „Edel-Flüchtling" — Stigma-Klickbait am Pass-Anker
- „Berufsopfer", „abgelehnter Asylbewerber als Strippenzieher" — biografisches Skandalisierungs-Lexikon
- „Faschistoide Tendenzen", „hetzt gegen Weiße" — Tonalität-Eskalation, ohne dass die zitierten Aussagen Dipamas die juristische Schwelle des „Hetzens" tatsächlich überschreiten würden
Dieses Vokabular hat eine doppelte Wirkung. Innenwirkung im Cluster: Erfolgreiche Klick-Generierung, Empörungs-Multiplikation, Plattform-Wachstum. Außenwirkung gegenüber Strafanzeigen-Verfahren: liefert den Anzeigeerstatter mit dem Material, das er für seinen rhetorischen Rahmen „rassistische Hetzkampagne" braucht. Wenn Apollo eine Schlagzeile mit „Asyl-Afrikaner" baut, steht diese Schlagzeile im Anzeigeschriftsatz — und sie steht dort als Beleg, nicht als Polemik. Eine sachliche Kritik an einer Funktions-Inversion im Aufsichtsorgan eines öffentlich-rechtlichen Senders bräuchte keinen biografischen Anker am Pass. Sie könnte sich auf Art. 6/7 BayRG, auf die Strafanzeigen-Liste, auf die fehlende Selbst-Befassung der entsendenden Organisation und die Stille des Senders konzentrieren — und sie würde dann strafrechtlich nichts produzieren, weil sie sich auf öffentlich verfügbare Funktions-Beobachtungen beschränkt. Sie liefert keinen rhetorischen Rahmen für „Hetzkampagne".
Übertreibungs-Aufklärung baut im Strafrechts-Spiel die Plattform mit, gegen die sie sich richtet — das ist der Mechanismus dieses Falls. Ein verwandter, aber methodisch anderer Effekt — die Quellen-Überdehnung durch Klickbait-Verkürzungen — wurde in der ELIZA-Reihe bereits am Beispiel der Schlagzeile „Ministerinnen gaben PIN heraus" im Signal-Phishing-Komplex dokumentiert: dort übersetzt die Verkürzung den Quellengehalt in eine Aussage, die die Quelle nicht trägt; hier liefert das Stigma-Lexikon dem Anzeigeerstatter den Rahmen, den er strafrechtlich braucht. Ob sich diese und ähnliche Beobachtungen zu einer einheitlichen Selbstvergiftungs-Achse der Übertreibungs-Aufklärung fügen, ist eine offene Hypothese, kein etabliertes Theorem. Im konkreten Fall hier reicht der schmalere Befund: Wer über ein Aufsichtsorgan-Mitglied mit Pass-Anker und Stigma-Sprache schreibt, schwächt die normative Anschlussfähigkeit seiner eigenen Funktions-Beobachtung — und liefert die rhetorische Munition für die Verteidigung gleich mit. Die Faktenlage (Hausbesuche, eingestelltes ÖRR-Blog-Verfahren, laufende Verfahren gegen Tichy/Apollo/Rentner) bleibt davon unberührt; was darunter leidet, ist die Bewertbarkeit dieser Faktenlage in einem breiteren publizistischen Diskurs.
Was im Gesetz fehlt — und nicht nur dort #
Eine ELIZA-Strukturanalyse, die keine konkrete Reformfrage benennt, bleibt halbiert. Hier ist die Reformfrage benennbar, ohne dass sie in „Verbots-Sprache" kippt:
1. Geschäftsordnung des BR-Rundfunkrats (Art. 7 Abs. 1 BayRG ermöglicht eigene Geschäftsordnungs-Regelungen). Die Geschäftsordnung könnte eine Klausel enthalten, die Mitglieder verpflichtet, Strafanzeigen gegen außerhalb des Senders stehende Medien dem Rundfunkrats-Vorsitz vorab anzuzeigen — nicht zur Genehmigung, sondern zur Transparenz. Das Schaffen einer Befangenheits-Linie an dieser Schnittstelle ist eine pragmatische, gesetzgebungs-arme Lösung.
2. AGABY könnte als entsendende Organisation eine eigene Selbstverpflichtungs-Erklärung verabschieden, die ihre Vertreter in Aufsichtsorganen daran bindet, Pluralitäts-Sicherung als Funktion vor Konflikt-Akteurismus zu stellen. Das ist eine zivilgesellschaftliche, keine rechtliche Frage.
3. Der BR könnte als Anstalt eine transparente Geschäftsordnungs-Diskussion anstoßen, ohne dass es einer Gesetzesänderung bedarf. Das BayRG verbietet Wildermuth nichts; es lässt ihr alles offen.
4. Der Bayerische Landtag als Mit-Entsender hätte über seine 12 Sitze die Möglichkeit, einen Antrag auf außerordentliche Rundfunkrats-Sitzung mit Tagesordnungs-Punkt „Pluralitäts-Pflicht und Strafanzeigen-Praxis" einzubringen — dafür reicht ein Drittel der Mitglieder (Art. 7 Abs. 4 BayRG). Politisch nicht passiert.
Vier Stellen mit Handlungsmöglichkeit, vier Stellen mit Schweigen. Das ist die Strukturlage.
Schluss #
Gewinner dieser Konstellation: Die Klickbait-Cluster (Apollo, Tichy, Junge Freiheit, Politikversagen) — Klicks, Plattform-Wachstum, Empörungs-Generierung, plus die rhetorische Position „rassistisch verfolgt" gleich zur Verteidigung gegen Strafanzeigen mitgeliefert. AGABY und MORGEN-Plattformen — verbreiterte Rolle als „Schutzfront", verstärkte mediale Sichtbarkeit. Der BR und seine Intendanz — keine Befassungs-Pflicht, kein politischer Preis für das Schweigen, keine Geschäftsordnungs-Diskussion zu führen. Eine Staatsanwaltschaft München I, die in routinemäßigen Verfahren Polizeihausbesuche bei Journalisten produziert, ohne dass eine politische Instanz die Kategorie „Strafanzeigen-Welle eines Aufsichtsorgan-Mitglieds gegen außerhalb des Sektors stehende Medien" in der Verfahrensbewertung als Sondermerkmal behandelt.
Verlierer dieser Konstellation: Journalisten und Kommentatoren, die wegen kritischer Texte Polizeihausbesuche bekommen — vom Tichy-Autor Josef Kraus bis zum 74-jährigen Berliner Rentner. Der Begriff „freie Medien-Pluralität" außerhalb des öffentlich-rechtlichen Sektors, der durch die Strafanzeigen-Welle in eine Verteidigungs-Position gerät, in der allein das Schreiben eines kritischen Artikels Verfahrenskosten und Aufwand produziert. Die Idee einer Aufsichts-Pluralität, die durch persönliches Akteurs-Verhalten aushebelbar ist, ohne dass das Gesetz es benennt. Dipama selbst, dessen biografische Schicht durch das Klickbait-Cluster permanent in die Sache hineingezogen wird — und der in einer Funktions-Diskussion, die ohne Pass-Anker auskäme, weit besser geschützt wäre als in der Hetz-Diskussion, in die er und seine Verteidiger sich derzeit eingerichtet haben.
Strukturbefund: Die Anomalie ist nicht der Pass. Die Anomalie ist die Funktions-Inversion: Aufsichtsorgan-Mitglied wird Strafverfolgungs-Akteur, das Gesetz hat den Fall nicht antizipiert, der Sender schweigt, die entsendende Organisation solidarisiert sich, das Klickbait-Cluster liefert die rhetorische Munition. Vier Schweigsamkeits-Pakte und ein Klickbait-Lärm — und in der Mitte ein Verfahrenskorridor, in dem deutsche Journalisten Hausbesuche von Polizei bekommen, weil sie über ein Aufsichtsorgan-Mitglied geschrieben haben.
Wer das ändern will, redet nicht mit dem Burkina-Faso-Geburtsort. Er redet mit der Geschäftsordnung des BR-Rundfunkrats, mit der AGABY-Position, mit der Intendantin und mit dem Bayerischen Landtag. Fünf Stellen, vier Sprechmöglichkeiten, eine Anomalie. Wer sie nicht nennt, behält sie. Wir nennen sie.
Quellen #
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Apollo News, „Er begrüßte die Absetzung von Julia Ruhs: BR-Rundfunkrat ist abgelehnter Asylbewerber" — https://apollo-news.net/er-begruesste-die-absetzung-von-julia-ruhs-br-rundfunkrat-ist-abgelehnter-asylbewerber/ (Faktum „Asyl abgelehnt + Härtefallkommission + Aufenthaltserlaubnis 2014"); Tichys Einblick zur Asyl-Biografie — https://www.tichyseinblick.de/meinungen/abgelehnter-asylbewerber-seit-acht-jahren-im-br-rundfunkrat/ ↩︎
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Dennis Riehle, „Rundfunkrat Dipama und die 23 Asylbescheide: Einbürgerung dank fehlender Ausweispapiere, Härtefallkommission und geltender Gesetze…" — https://www.riehle-news.de/rundfunkrat-dipama-und-die-23-asylbescheide/ (zur Zeit des Abrufs nicht erreichbar; Behauptung „23 Bescheide" wird in Aggregatoren weiterzitiert, ist aber nicht primärquellenfest belegt) ↩︎
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AGABY, „Wer wir sind" — https://www.agaby.de/ueber-uns/wer-wir-sind ; Bayerischer Flüchtlingsrat (Sprecherrolle Dipama seit 2007) — https://www.fluechtlingsrat-bayern.de/ ; Pressemitteilung AGABY 25.09.2025 (siehe 4) bestätigt Dipama als „Anti-Rassismus- und Anti-Diskriminierungsbeauftragter" sowie Mitglied im Medienrat seit 2017 und im BR-Rundfunkrat ↩︎
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AGABY, Pressemitteilung „Hetzkampagne gegen Hamado Dipama", 25.09.2025 — https://www.agaby.de/fileadmin/redaktion/Positionen/2025/PM.Hetzkampagne.gegen.Hamado.Dipama.pdf ; Solidaritäts-Plattform: MORGEN München, „MORGEN steht hinter Hamado Dipama — gemeinsam mit AGABY gegen eine rechte Hetzkampagne" — https://morgen-muenchen.de/morgen-solidarisiert-sich-gegen-hetzkampgne-gegen-agaby-mitarbeiter-hamado-dipama/ ; ver.di, „Angriffe auf den Rundfunk — Beschäftigte jetzt schützen" — https://www.verdi.de/politik-gesellschaft/angriffe-den-rundfunk-beschaeftigte-jetzt-schuetzen ↩︎ ↩︎
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Bayerisches Rundfunkgesetz (BayRG), Art. 6 (Kontrollrecht und Zusammensetzung des Rundfunkrats) und Art. 7 (Arbeitsweise und Aufgaben) — https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayRuFuG/true ; Wikipedia-Übersicht „Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks" — https://de.wikipedia.org/wiki/Rundfunkrat_des_Bayerischen_Rundfunks ↩︎
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Apollo News, „Strafanzeige von BR-Rundfunkrat: Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen Apollo News-Journalisten" — https://apollo-news.net/strafanzeige-von-br-rundfunkrat-staatsanwaltschaft-muenchen-ermittelt-gegen-apollo-news-journalisten/ — Datum der Anzeige 24.09.2025 ↩︎
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Apollo News, „Hamado Dipama schlägt um sich: Wie sich die Strafjustiz von einem Aktivisten missbrauchen lässt" — https://apollo-news.net/hamado-dipama-schlgt-um-sich-wie-sich-die-strafjustiz-von-einem-aktivisten-missbrauchen-lsst/ ; „Nach Anzeige des BR-Rundfunkrats Hamado Dipama: Polizei sucht Tichys-Einblick-Autor zu Hause auf" — https://apollo-news.net/nach-anzeige-des-br-rundfunkrats-hamado-dipama-polizei-sucht-tichys-einblick-autor-zu-hause-auf/ ; „‚Armselig, arrogant und einseitig’ — Ermittlungen gegen Berliner Rentner wegen Kritik an BR-Rundfunkrat" — https://apollo-news.net/armselig-arrogant-und-einseitig-ermittlungen-gegen-berliner-rentner-wegen-kritik-an-br-rundfunkrat/ ; „Nach Strafanzeige von BR-Rundfunkrat Dipama: Verfahren gegen ÖRR Blog eingestellt" — https://apollo-news.net/nach-strafanzeige-von-br-rundfunkrat-dipama-verfahren-gegen-oerr-blog-eingestellt/ ↩︎
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Aufsuchung der öffentlichen BR-Kommunikationskanäle (br.de, br-online.de, BR-Pressemitteilungen) und der Sitzungsprotokolle des Rundfunkrats für den Zeitraum September 2025 bis April 2026: keine Stellungnahme der Intendantin Katja Wildermuth oder des Rundfunkrats-Vorsitzes zur Strafanzeigen-Welle des Mitglieds. Eine entsprechende Tagesordnungs-Initiative ist in den verfügbaren Sitzungsprotokollen nicht dokumentiert. ↩︎
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Apollo News, „BR-Rundfunkrat feiert Intrige gegen Ruhs: ‚Unterwanderung durch Neo-Faschisten muss gestoppt werden’" — https://apollo-news.net/br-rundfunkrat-feiert-intrige-gegen-ruhs-unterwanderung-durch-neo-faschisten-muss-gestoppt-werden/ ; taz, „Konflikt um NDR-Format ‚Klar’: Julia Ruhs als Moderatorin abgesetzt" — https://taz.de/Konflikt-um-NDR-Format-Klar/!6114127/ ; taz, „NDR-Entscheidung zu ‚Klar’: Von wegen ‚Cancel-Culture’" — https://taz.de/NDR-Entscheidung-zu-Klar/!6111195/ — Asymmetrie zwischen NDR-Absetzung und BR-Beibehaltung von Julia Ruhs in den BR-eigenen Klar-Folgen. ↩︎